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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

Malteserorden

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Fest des Hl. Josaphat Kunzewitsch

12/11/2012 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes.
„So sollen wir alle zur Einheit im Glauben und in der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, damit wir zum vollkommenen Menschen werden und Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen.“ Der vollkommene Mensch, die Darstellung Christi als zu erreichendes Ziel – wer nimmt uns das ab? Jeder ernüchterte Pfarrer sagt: „Unrealistisch; das ist etwas für ein paar Mystiker, aber nicht für die Mehrheit der Gläubigen.“ Feinsinnigere warnen: Solche Ideale spalten die Gesellschaft; wo Vollkommenheit angestrebt wird, ist der Terror nicht mehr weit; das weiß man seit der Französischen Revolution. Die öffentliche Meinung schließlich hört solche Bibelsprüche und sagt wegwerfend nur ein Wort: Pfaffen-Heuchelei. Beinahe im Wochenrhythmus steht die Religion schlechter da. Ist das die Schuld der Medien? Eine Kampagne wird es wohl geben, aber erklärt das alles? Welches Bild bietet die Religion derzeit? Islamistische Attentäter, fundamentalistische Christen in Amerika, in Europa ein junger Klerus, der den Menschen mit jeder Geste zu verstehen gibt, dass er das moderne Leben – Lebensweisen, Kino, Musik, Malerei, Literatur… – nicht nur kritisch sieht, sondern ablehnt. Dass er vom echten Leben keine Ahnung hat und auch nicht haben will. – Die Leute sollen die Religion achten und lieben? Warum sollten sie das? Das heutige Fest stellt diese Frage in aller Schärfe. Das Fest des hl. Josaphat ist, liturgisch gesehen, ein gebotener Gedenktag, d. h. er muss gefeiert werden. Offenbar ist das der Kirche wichtig. Der hl. Josaphat ist in Österreich nicht populär. Obwohl seine Reliquien von 1916 an für einige Jahrzehnte hier in Wien waren. Aber schon diese historischen Erinnerungen beleuchten das Problem: Sie wurden (von Polock) nach Wien gebracht, im Ersten Weltkrieg, weil man fürchtete, orthodoxe Christen könnten sie schänden. Christen könnten das Grab eines Christen verunehren. Josaphat wurde von Christen mit der Axt in Stücke gehauen. Das war 1623; Josaphat war Erzbischof von Polock, im heutigen Weissrussland. Er wurde umgebracht, weil er für die Union mit Rom stand. 1643 wurde er selig gesprochen, 1867 heilig: als Märtyrer der Einheit und erster Heiliger der unierten Kirche.
„So sollen wir alle zur Einheit im Glauben… gelangen…“ – „Ein Leib und ein Geist… eine gemeinsame Hoffnung…“ Wie sollen wir die schönen Ideen unseres Glaubens verbinden mit der schaurigen Realität des Christentums? Vor dieser Frage bleibt schmerzhafte Ratlosigkeit. Wir verstehen die Menschen nicht – und wir verstehen oft nicht, auf welchen Wegen Gott seine Kirche führt. Aber wir ahnen: Gott handelt in Menschenleben. Vom kleinen Buben Josaphat wird berichtet: „Sein Lieblingsaufenthalt war das Gotteshaus.“ Wie friedlich dieses Bild ist. In der Liturgie und der Spiritualität war (und blieb) Josaphat ganz ostkirchlich. Aber da kam hinzu die Sehnsucht nach der Einheit mit Rom. Eine Art Instinkt der Wahrheit, der über alles Fremde und Empörende in der Kirche hinwegträgt. Wie fremd muss das damals den meisten gewesen sein. Wie schwer für die Eltern, als ihr Sohn von der orthodoxen zur fremden römischen Kirche übertrat. Welche Zumutung für den Klerus, als der junge Geistliche beginnt, das Klosterleben zu reformieren. Zwischen welche Mahlsteine gerät dieser Mann, als die Hardliner (sie haben zu allen Zeiten Menschen das Leben schwer gemacht), fordern, er müsse auch den slawischen Ritus aufgeben, „Union mit Rom“ allein, das genüge ja nicht. Schließlich wird ihn der Konflikt das Leben kosten. Aber der Mord rüttelt die Gewissen auf, beim Volk und beim Klerus. Entsteht das Gute aus dem Grauen? Wieso sind Christen so? Wieso ist die Kirche so? Die Menschen verschwendet, die den Einzelnen oft nicht achtet, die ihre Heiligen misshandelt, solange sie leben (Johanna von Orléans, Johannes vom Kreuz…) und sie dann eines Tages erhebt „zur Ehre der Altäre“. Wie oft sind Heiligsprechungen auch ein Eingeständnis von bitterer Schuld! Wir hier beschäftigen uns in der Kirche mit Struktur-Problemen und hoffen, draußen, im Staat, in der Politik hätten wir sicheren Frieden. Wir vertrauen auf geschickte Kompromisse, Traditionen, Absprachen, gemeinsame Interessen. Und dann kommt ein Festtag wie der des hl. Josaphat, der uns den Traum von Heiligkeit zeigt – und die Realität der Heiligkeit. Denn Heiligkeit ist eben nicht unrealistisch. Christus „in seiner vollendeten Gestalt darstellen“ ist ein Ziel. Der Weg dahin ist schlicht: „Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe, und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren…“
Zum mündlichen Vortag bestimmt, verzichtet der Text auf exakte Zitierung und Angabe von Quellen. Er bleibt Eigentum des Autors. Jede Veröffentlichung und Vervielfältigung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors. C. Martin

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