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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

Malteserorden

Nachrichten

21. Sonntag im Jahreskreis (B)

26/08/2012 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes.Warum sollen wir bleiben? Viele andere sind längst gegangen. Warum sollen wir in der Kirche bleiben? Und das heißt nichts anderes als: Warum sollen wir bei Gott bleiben? Egal, was die Leute erzählen: Ich kenne keinen, der nicht mehr zur Kirche geht und dabei frömmer wird; keinen, der Gott mehr liebt, seit er mit der Kirche gebrochen hat. Wer anfängt, nicht mehr in die Kirche zu gehen, der interessiert sich auch bald nicht mehr für Gott. Keine Ahnung warum, aber es ist so.
Beide Texte des heutigen Sonntags gehen um die Frage: bleiben oder gehen? Wann ist es Zeit zu gehen? Was kann ich erwarten? Was schulde ich? Alle diese Fragen stellen sich: in der Ehe, im Job, in der Kirche. Und sogar bei Gott. Bleiben oder gehen?
„Welchen Gott wollt ihr?“, fragt Josua die Israeliten. „Es gibt viele Götter. Für welchen Gott entscheidet ihr euch?“ Eine ganz moderne Frage. Viele meinen, eine Religion sei so gut wie die andere. Viele meinen auch, ein Partner sei so gut wie eine anderer. Also darf man sich neu verlieben und sich trennen. Die Israeliten antworten Josua: „Das sei uns fern, dass wir den Herrn verlassen.“ Warum entschließen sie sich für den Gott, den sie den „Herrn“ nennen? Aus Dankbarkeit. Diese Menschen erinnern sich an das, was Gott für sie getan hat; sie fühlen Dankbarkeit – und deswegen bleiben sie. Wir können das heute kaum noch nachvollziehen. Was hat Gott für uns getan? Für Mailberg, für die Pfarre, für jeden Einzelnen? Die Antwort ist heute nicht mehr so leicht wie früher. Wir sehen nicht mehr hinter allem die Hand Gottes. Wir leisten selbst etwas. Wenn es uns gut geht, führen wir das auf unsere Leistung zurück, vielleicht auf das Glück, aber kaum auf Gott. Nur das Unglück, das führen die Leute auf Gott zurück. „Warum tut Gott mir das an?“ Aber wer sagt, wenn es ihm gut geht: „Danke!“? Nicht viele. Die Israeliten erinnern sich an die Taten Gottes. An was erinnern sich die Mailberger? Welche gemeinsamen Erinnerungen gibt es, die uns sagen ließen: „Das sei uns fern, dass wir Gott verlassen.“? Anders gefragt: An was erinnern sich die Christen? Haben die Christen dieser Welt Grund, Gott dankbar zu sein und ihn nicht zu verlassen? Wir werden krank wie alle anderen auch. Christen werden verfolgt, zu Tode gebracht. Christen haben Sünden begangen, die sie in den Augen vieler Menschen für immer unmöglich machen. Hat Gott den Christen geholfen? Ja! Die Kirche ist auf der Spur geblieben. Sie ist dem Anfang treu geblieben. Sie hat sich immer wieder erneuert. Sie hat heilige Männer und Frauen hervorgebracht. Und das kann nicht unsere Leistung sein. Keine andere Institution dieser Welt hat das geschafft. Das kommt von Gott!
Wir müssen uns also entscheiden. Auch in Mailberg. Und die Entscheidungen fallen ja. Nur vordergründig geht es dabei um den Pfarrer oder um die Kirche. Schlussendlich geht es immer um die Entscheidung: ja oder nein zu Gott. Glatt wird das nicht gehen. Schon im Evangelium geht es nicht glatt. „Seine Worte sind hart, wer kann sie anhören?“, sagen die Juden. Die Jünger nehmen „Anstoß“ an Jesus. Und es „verließen ihn viele“. – „Es ist einfach zum Davonlaufen. Ich halte das nicht mehr aus!“ Wir kennen diese Momente. Mit unseren Partner, aber auch mit der Kirche. Auch mit Gott?
Nur eine Minderheit bleibt. Petrus ist ihr Wortführer; er fragt: „Zu wem sollten wir gehen?“ Wäre das auch unsere Antwort? „Zu wem sollten wir gehen?“ Es gibt ja Alternativen: andere Religionen; andere Lebensentwürfe… Das allerdings war damals auch nicht anders. Es gab unzählig viele Kulte und Heilslehren und Philosophien in der alten Welt. Warum also Jesus?
Man kann in einer Beziehung bleiben aus Pflichtbewusstsein, aus Treue, aus Dankbarkeit, um der Erinnerungen willen. Bleiben kann man allein für jemanden; nicht wegen Strukturen und Formen. Bleiben kann man, wenn eine Situation trotz aller Probleme irgendwie doch „richtig“ ist. Zu mehr Leben führt. Aber es gibt schlussendlich nur einen tragfähigen Grund: „Du hast Worte ewigen Lebens“, sagt Petrus zu Jesus. Bleiben bei Jesus Christus, weil er mich anzieht; weil ich ihm vertraue, weil ich spüre, dass er mehr ist als ein Mensch. Wir sehen, was er tut; wir hören, was er redet; wir spüren, wie er Menschen verändert, die sich wirklich auf ihn einlassen (Sonntagsmesse). Und da wird klar: Zu wem sonst sollten wir gehen?
Zum mündlichen Vortag bestimmt, verzichtet der Text auf exakte Zitierung und Angabe von Quellen. Er bleibt Eigentum des Autors. Jede Veröffentlichung und Vervielfältigung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors. C. Martin

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