Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

Aktuelles

Fest der Heiligen Margareta-Maria Alacoque 2026

16/10/2026 


Die Predigt zum Anhören

Fest der Heiligen Margareta-Maria Alacoque 2026 ovm
Predigt in Hafenlohr am 16. Oktober 2026

Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes 

Die heilige Marguerite-Marie Alacoque wurde 1647 in Burgund in Frankreich geboren, – um gleich eine Kindheit in Familienstreit, Geldsorgen und schwerer Krankheit zu erleben; dazu den frühen Tod des Vaters, das Internat und die Pflege der kranken Mutter. Es gab aber auch Zeiten, in denen sie lebte wie ein ganz normales junges Mädchen ihrer Zeit. Sie ging gerne tanzen.

Dann trat sie in den Orden der Visitation ein, auch genannt „Schwestern von der Heimsuchung Mariens“ oder Salesianerinnen, weil dieser Orden vom heiligen Franz von Sales gegründet wurde. Ihr Leben wurde damit nicht leichter, im Gegenteil. Schon als Kind und Jugendliche hatte sie immer wieder Visionen gehabt, das ging im Kloster weiter so. Üblicherweise reagieren die Mitmenschen auf diesen besonderen Weg mit Misstrauen und Spott. So auch die Nonnen. Man war allgemein der Ansicht, sie sei verrückt.

1673 hatte Marguerite-Marie eine neue Vision: Christus gab ihr den Auftrag, sich für die Verehrung seines göttlichen Herzens einzusetzen. Unterstützt wurde sie darin nur durch den Beichtvater der Nonnen, den heiligen Jesuiten P. de La Colombière. Die Mitschwestern hingegen machten ihr das Leben zur Hölle. Als Marguerite-Marie an einem Novembertag des Jahres 1677 in einer neuen Vision den Auftrag erhielt, öffentlich vor der ganzen Gemeinschaft zu sagen, Gott habe sie als „Sühneopfer“ für die Sünden der Schwestern auserwählt, weil diese nicht bereit waren, sich zu ändern, da wurde sie – wer hört so etwas schon gerne? – auf dem Weg zu ihrer Zelle von einer Gruppe von Mitschwestern regelrecht überfallen. Sie rissen ihr den Schleier herunter und schlugen auf sie ein. Am nächsten Tag bereuten die Nonnen ihr Verhalten (ein erstes Zeichen der Gnade) und begannen wenigstens höflich mit ihr umzugehen. Die Oberinnen versuchten nur, sich herauszuhalten.

Marguerite-Marie war in dieser Zeit oft monatelang krank, dann plötzlich wieder gesund. Das erregte in der Gemeinschaft natürlich wieder Unmut. Man beschuldigte sie, eine Heuchlerin zu sein, die ihre Krankheit nur vortäusche, um nichts arbeiten zu müssen.

Die Wende kam erst mit einer neuen Oberin. Sie ernannte Marguerite-Marie sogar zur Novizenmeisterin. Die Schriften des P. de La Colombière fingen an, die Schwestern für die Verehrung des Herzens Jesu zu gewinnen. Als Novizenmeisterin profitierte Marguerite-Marie von ihren eigenen leidvollen Erfahrungen: Sie war geduldig, sanft und sehr weise im Umgang mit den jungen Schwestern. So kam es endlich, dass im Kloster von Paray-le-Monial das erste Mal das Herz Jesu von mehreren Schwestern in einer Andacht gemeinsam verehrt wurde. Der weltweite Siegeszug der Verehrung des Heiligsten Herzens nahm endgültig an Fahrt auf.

Am 17. Oktober 1690 gegen 7 Uhr abends empfing Soeur Marguerite-Marie im Beisein aller Schwestern die hl. Krankensalbung. Eine Stunde später starb sie im Alter von 43 Jahren. Ihr letztes Wort war „Jesus“.

Marguerite-Marie Alacoque wurde 1920 von Papst Benedikt XV. heiliggesprochen.

Ihr Fest erinnert uns nicht nur an die Verehrung des Herzens Jesu mit dem ersten Freitag im Monat als Herz-Jesu-Freitag, der Litanei und dem Stoßgebet „Jesus… bilde mein Herz nach deinem Herzen“. Ich habe Ihnen heute mehr als sonst aus dem Leben der Heiligen erzählt, denn daran geht uns auf, wie hart der Weg einer Christin sein kann.

Starker Tobak, das Leben dieser Frau. Dummköpfe werden zufrieden sein, da sagen zu können: „Ja, die Kirche wieder! Diese Nonnen!“ Moderne Besserwisserinnen werden rufen „toxisch! Machtmissbrauch!“ und keinen Schritt weiterdenken. Sie hier hingegen werden zumindest ahnen, dass durch all dieses Elend Gott gewirkt hat auf beiden Seiten. Denn am Ende steht eine geläuterte Frau, eine neue Gemeinschaft und ein Volksauflauf.

Bei der Beerdigung der Schwester reißen sich die einfachen Leute darum, ihren Sarg noch einmal berühren zu dürfen. Längst hatte sich herumgesprochen, dass sie eine Heilige war…

Extravagant ist das alles ganz und gar nicht. Es ist die Lehre der Hl. Schrift: der Ruf zur Heiligkeit. – „Nichts für mich!“ Ist das so einfach? Was wird aus einem Menschen, der sich Jesus verweigert? Was wird aus einer Kirche, die von alldem nicht mehr spricht?

„Durch den Glauben wohne Christus in eurem Herzen…“, sagt die Lesung. In uns soll etwas ganz Neues entstehen, wir sollen eine neue Schöpfung werden. Ich kann gut verstehen, dass man hofft, das könne doch einfach ruhig zusammen gehen mit allem alten Sünden-Krempel in uns, im Herzen, im Willen, im Kopf, in den Erinnerungen. Dass man das hofft, verstehe ich. Ich gerate ja selbst schon aus der Fassung, wenn die Zeitung nicht zum Frühstück kommt… Dass man aber wirklich denken kann, Christus werde gemütlich zusammen mit der Sünde in uns wohnen, das fasse ich nicht. Die Hoffnungen der Menschen verstehe ich gut, aber ihr Denken finde ich oft Muh-Mist.

Mich hat Jesus einen sehr sanften Weg geführt, mit unendlicher Geduld. Ich weiß aber, dass er auch mit einem einzigen Schlag mein Inneres zertrümmern könnte. So viele Christen haben das erlebt. Der hl. Marguerite-Marie sagte Jesus in einer Vision: „Ich werde dich so arm machen in deinen eigenen Augen, so niedrig und verächtlich, und ich werde dich so zunichte machen in deinem eigenen Denken, dass ich mich dann auf dieses Nichts stützen kann.“ Um zu wirken und aufzubauen.

Sie kriegen Angst? Ich kenne das gut. Sagen Sie es Ihm, wenn Sie Angst haben. Unbedingt.

Vielleicht müssen wir auf Trost, Bequemlichkeit, Gemeinschaft verzichten, alles loslassen, bis wir es dann von Jesus wieder zurückerhalten. „So werdet ihr mehr und mehr von der ganze Fülle Gottes erfüllt“ – wie das Herz Jesu selbst.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

Die Predigt zum Download finden Sie hier!

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

Johannesgasse 2 - 1010 Wien - Österreich | T: +43 1 512 72 44 | E: smom@malteser.at

X