Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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Mittwoch der 2. Woche im Jahreskreis

21/01/2026 


Die Predigt zum Anhören

Mittwoch der 2. Woche im Jahreskreis
Predigt in Hafenlohr am 21. Jänner 2026

Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

„Ewige Anbetung“ in Hafenlohr: gut oder schlecht? Oder egal? Sie wissen, dass den meisten im Dorf die Anbetung völlig Wurst ist.

So viel steht fest: Die gewandelte, die „konsekrierte“ Hostie ist nicht zuerst zum Anbeten da, sondern zum Essen. Zum Empfang. Und wozu ist das Essen da? Um uns am Leben zu erhalten, um uns lebendig zu machen. Die Hostie ist da für die Kommunion, die Kommunion ist da für das göttliche Leben in uns, das übernatürliche Leben Ihrer Seele. Die Kommunion stärkt die göttliche Liebe in Ihnen. – Die Anbetung ist das Dazwischen, die Vorbereitung, der Dank, das Warten…

Es gibt eine gute hl. Kommunion und eine schlechte Kommunion. Gedankenlos zum Altar gehen, gedankenlos reden, gedankenlos nehmen: Das ist die schlechte Kommunion. Sich im Alltag von Christus getrennt haben, / ihm Nein gesagt haben, / bewusst, in einer wichtigen, guten Sache / und es beim Nein belassen, ohne den Wunsch, besser zu werden – und trotzdem zur Kommunion gehen: Das ist eine böse Kommunion. „Wer unwürdig von dem Brot isst oder aus dem Kelch des Herrn trinkt, der wird schuldig am Leib und Blut des Herrn“, schreibt Paulus (1 Kor 11,27). Wer kommuniziert, ohne Sehnsucht zu haben nach der Nähe Jesu, der macht sich schuldig. Wie soll einer, der Gott ablehnt, zu Gott finden?

Und was ist die gute Kommunion? Das Erste, das es zur guten Kommunion braucht, ist der Glaube.

Sie hören: „Der Leib Christi!“ Sie antworten: „Amen!“ Übersetzt: Ja. Was aber, wenn Sie nur reden, ohne zu glauben? Dann ist innerlich falsch, was Sie tun. Auf Falschem kann kein Segen ruhen.

Zur guten Kommunion gehört die Vorbereitung, körperlich und geistig. Körperlich: eine Stunde vor der Kommunion nichts essen und trinken. Das ist ein Gebot der Kirche (…). Zum Körperlichen gehört auch, die Hostie mit Bedacht und Würde zu empfangen. Sie nicht im Weggehen beiläufig in den Mund zu stecken: Lehren Sie dies die Kinder.

Zur geistigen Vorbereitung gehört: Beichten, wenn Sie sich einer schweren Sünde bewusst sind. Beten. Das Vaterunser in der Messe ist gedacht als Vorbereitungsgebet auf die Kommunion. „Dein Reich komme – in mein Herz.“

Natürlich gibt es auch eine Nachbereitung: Die Stille nach der Kommunion. Hören auf den Herrn, Danken, Schweigen. Wenn Sie mit Ihren Gedanken gleich wieder woanders sind und nicht auf den achten, der in Ihre Seele eingetreten ist, wie soll Christus Ihnen da nahekommen?

Die Kirche lehrt: Das Ziel der Kommunion ist „die innigste Vereinigung“ mit Christus. Wer die Kommunion empfängt, wird ein „Christusträger“ (Cyrill von Alexandrien).

Aus der Einheit mit Christus ergibt sich unsere Einheit untereinander: Wir empfangen alle denselben Christus! Wir werden „ein Leib und ein Geist“ (III. Hochgebet). So ist es gedacht, so kann es sein. Aber wenn das keiner will… Wenn Sie nach der Kommunion als Erstes „Nein!“ sagen zu dem und zu der, kann keine echte Gemeinschaft entstehen, keine Kirche.

Im Himmel werden wir keine Hostie mehr empfangen und keine Hostie anbeten. Wir werden Gott schauen „wie er ist“ und selber göttlich werden, weil wir mit Christus vereint sind.

Bis dahin haben wir die Anbetung. Das ganze Geheimnis der Anbetung reduziert sich auf dieses: Er ist da. Und wo Er ist, ist alles gut. Die Ewige Anbetung (die früher den ganzen Tag währte und heute kaum mehr eine Stunde), sie geht gleich zu Ende. Aber Christus bleibt gegenwärtig. Sie können, wenn Sie durch Hafenlohr gehen und Ihre Kirche sehen, denken: Er ist da.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

Die Predigt zum Download finden Sie hier!

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