Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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100. Geburtstag von Papst Johannes Paul II

18/05/2020 


Heute vor 100 Jahren hat Karol Wojtyla in der polnischen Stadt Wadowice das Licht der Welt erblickt. 1946 wurde er geheim zum Priester geweiht. Bereits im Jahr 1958 wurde er Weibischof von Krakau, wo er 1964 dem verstorbenen Erzbischof Baziak im Amt nachfolgte und Erzbischof wurde. In dieser Zeit machte er bereits durch sanfte Konfrontationen mit dem kommunistischen Regime Polens auf sich aufmerksam. Insbesondere sein erfolgreiches Beharren auf den Bau einer Kirche in der kommunistischen Planstadt Nowa Huta brachte ihm internationale Aufmerksamkeit.

Dieser Erfolg und seine Predigten, in denen er vor allem die freie Religionsausübung in Polen einforderte, zeigten früh seine unerschrockene Art.

1965 war er maßgeblich am Versöhnungsaufruf zwischen den polnischen und deutschen Bischöfen beteiligt, die zur Grundlage für die Aussöhnung der beiden Völker nach den Schrecken des Krieges wurde. 1967 wurde er von Papst Paul VI. zum Kardinal kreiert.

Am 16. Oktober 1978 kam es zum Wendepunkt in seinem Leben, als er im Konklave in der Sixtinischen Kapelle in Rom zum 264. Nachfolger des Apostels Petrus gewählt wurde. Als Papst Johannes Paul II. wurde er der Weltöffentlichkeit vorgestellt und gewann als erster nichtitalienischer Papst seit 1523 und erster slawischer Papst überhaupt, von seiner ersten Ansprache am Balkon des Petersdoms die Herzen der Römer und schließlich die der Katholiken der ganzen Welt. Der kommunistische Machtapparat in Osteuropa hat diese Wahl mit großer Bestürzung zur Kenntnis genommen und manch ein kommunistischer Funktionär ahnte bereits, dass dieser Papst zu einem aktiven Gestalter der Weltgeschichte taugen würde. Der kommunistische ranghohe Politiker Edward Gierek hat die Wahl mit den Worten kommentiert: „Ein großes Ereignis für die polnische Nation – und große Schwierigkeiten für uns!“

Johannes Paul II. war bei seiner Wahl mit 58 Jahren ein junger Papst, zudem war er in einer außerordentlich guten körperlichen Verfassung. Im Gegensatz zu anderen Päpsten vor ihm betrieb er regelmäßig Sport, er schwamm und war ein begnadeter Skifahrer. Er soll angeblich mehr als hundertmal heimlich den Vatikan verlassen haben, um Skifahren zu gehen.

Mit seiner ersten Enzyklika „Redemptor Hominis“ setze er ein klares Statement für die Menschenrechte. Auch sein damit verbundenes Beharren auf Religionsfreiheit brachte ihn immer wieder in eine Konfrontation mit den kommunistischen Regimen Osteuropas. Im Oktober 1979 besuchte er zum ersten Mal als Papst sein Heimatland Polen. Bei diesem Besuch kamen etwa 10 Millionen Polen auf die Straßen um ihren Papst zu sehen, damals etwa ein Drittel der Bevölkerung des Landes. Johannes Paul II. wurde so zum Symbol für Freiheit und des polnischen Widerstandes. Wenn der sowjetische Diktator Josef Stalin bei der Konferenz von Jalta 1945 noch über den Papst mit der Frage gespottet hat: „Wie viele Divisionen hat denn der Papst?“, so erkennt die Geschichtsschreibung diesen Papstbesuch 1979 durchaus als Antwort auf den Spott Stalins an.

Am 13. Mai 1981 hielt die Welt den Atem an, als um 17.17 Uhr der türkische Rechtsextremist Mehmet Ali Ağca am Petersplatz aus nächster Nähe, zwei Schüsse auf den Heiligen Vater abfeuerte. Es grenzte an ein Wunder, dass der Papst dieses Attentat nach einer fünfstündigen Notoperation überlebt hatte.

Johannes Paul II. war ein großer Marienverehrer und da das Attentat am Gedenktag Unserer Lieben Frau von Fatima verübt wurde, schrieb er seine Rettung der besonderen Fürsprache der Gottesmutter zu. Später brachte er das Projektil, das ihm aus dem Bauch entfernt wurde, in eine vergoldete Krone gearbeitet, der Gottesmutter von Fatima als Geschenk dar.

Johanns Paul II. besuchte während seines Pontifikats 127 Länder der Erde in 104 Auslandsreisen. Politisch bedeutsam waren neben seinen Reisen nach Polen, seine Reise nach Großbritannien im Jahr 1982, es war der erste Papstbesuch seit der Trennung der anglikanischen Kirche vor etwa 450 Jahren. Er war mehrmals im Heiligen Land, Jordanien und den Palästinensergebieten. Im Jahr 1995 hielt er in Manila vor vier Millionen Menschen den seinerzeit größten Gottesdienst der Kirchengeschichte und es war zugleich die größte bekannte Versammlung in der Geschichte der Menschheit. 1998 machte er eine Pilgerreise ins sozialistische Kuba.

Dreimal führe ihn sein Weg auch nach Österreich, zuletzt 1998. Das Millennium 2000 wurde von der Kirche mit einem Heiligen Jahr begangen, dabei sprach er eine historische Vergebungsbitte, ein Mea Culpa für die Kirche wegen ihrer Verfehlungen in der Geschichte.

In den letzten Jahren seines Lebens war Johannes Paul II. zunehmend von der Parkinson-Krankheit gezeichnet, die sich vor allem durch Lähmungserscheinungen und Schwierigkeiten beim Sprechen zeigte. Anfang 2005 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand zunehmend, nach mehreren Spitalsaufenthalten kehrte er am 13. März 2005 in den Vatikan zurück, er spendete am Ostersonntag dem 27. März 2005 stumm den Segen Urbi et Orbi vom Fenster seines Arbeitszimmers den Gläubigen auf dem Petersplatz. In den folgenden Tagen verschlechterte sich seine Verfassung dramatisch.

Am Nachmittag des 2. Aprils sprach er mit schwacher und gebrochener Stimme auf Polnisch seine letzten Worte: „Lasst mich ins Haus des Vaters gehen!“ und um 21.37 Uhr beendete er seinen irdischen Lebensweg.

Bei seinem Begräbnis am Petersplatz waren bereits Spruchbänder mit der Aufschrift „Santo Subito“ zu lesen und in der Tat wurde Papst Johannes Paul II. in einer Rekordzeit zur Ehre der Altäre erhoben. Am 1. Mai 2011 sprach ihn sein Nachfolger Papst Benedikt XVI. selig und Papst Franziskus hat ihn am 27. April 2014 gemeinsam mit dem Seligen Papst Johannes XXIII. heiliggesprochen.

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