Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

Nachrichten

+ S.H.u.Emz. Fra‘ Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sanguinetto

29/04/2020 


DER SOUVERÄNE MALTESER-RITTER-ORDEN GIBT TIEFBETRÜBT NACHRICHT VOM ABLEBEN DES 80. FÜRSTEN UND GROSSMEISTERS FRA′ GIACOMO DALLA TORRE DEL TEMPIO DI SANGUINETTO

Das Großmagisterium gibt bekannt, dass Seine Hoheit und Eminenz der 80. Großmeister des Souveränen Ritter- und Hospitalorden vom Hl. Johannes zu Jerusalem, von Rhodos und von Malta, Fra′ Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sanguinetto, heute Morgen in Rom verstorben ist.

Der Großkomtur des Malteserordens, S. Exz. Fra’ Ruy Gonçalo do Valle Peixoto de Villas Boas, hat gemäß Verfassung als interimistischer Statthalter die Leitung des Ordens übernommen. Er wird diese Funktion an der Spitze des Souveränen Ordens bis zur Wahl eines neuen Großmeisters innehaben.

Fra′ Giacomo Dalla Torre wurde am 9.12.1944 in Rom geboren. Er entstammt einer Adelsfamilie aus Treviso und hat sich nach dem Studium der Literaturwissenschaften auf christliche Archäologie und Kunstgeschichte spezialisiert. Er war Professor für Altgriechisch an der Päpstlichen Universität Urbaniana in Rom und veröffentlichte als Chefbibliothekar und Archivar zahlreiche Abhandlungen über Kunst und Bibliographie.

1985 in den Malteserorden aufgenommen, legte er 1993 die ewigen Gelübde ab und wurde Professritter. Von 1994 bis 1999 war er der Großprior des Großpriorates von Lombardei und Venetien. Nach mehreren Funktionen war er ab 1999 Mitglied im Souveränen Rat und unter dem 78. Großmeister Fra′ Andrew Bertie von 2004 bis 2008 Großkomtur des Ordens. Von 2009 bis 2017 Großprior des Großpriorates von Rom, wurde er im April 2017 zum Großmeister-Statthalter und am 2. Mai 2018 vom Großen Staatsrat zum Großmeister gewählt.

Seine tiefen Spiritualität und sein Einsatz für die Herren Kranken werden unvergessen bleiben. Er half, so oft er konnte, persönlich bei der Obdachlosenausspeisung an den Bahnhöfen Termini und Tiburtina in Rom und nahm an den zahlreichen internationalen Wallfahrten des Malteserordens nach teil. Als Staatsoberhaupt nahm Fra‘ Giacomo Dalla Torre zahlreiche offizielle Besuche war und war zuletzt Gast bei dem Bundespräsidenten von Deutschland, jenen von Slowenien und in Bulgarien.

Sein wichtigstes Vorhaben, die Reform der Verfassung und des Codex des Ordens zur Stärkung des spirituellen Lebens und um mehr und jüngere Profess-Mitglieder für den Orden zu gewinnen, konnte er leider nicht mehr abschließen.

„Der allzu frühe Tod seiner Hoheit und Eminenz des 80. Fürsten- und Großmeisters, der den Souveränen Malteser-Ritter-Orden in den letzten beiden Jahren so segensreich geleitet hat, ist eine große Prüfung für den gesamten Orden und seine Hilfswerke“, so der Prokurator des Großpriorates von Österreich Bailli Norbert Salburg-Falkenstein in einer ersten Stellungnahme.

Wir ersuchen um Ihr Gebet!

R. I. P.

Kondolenzwünsche

Beileidstelegramm des Heiligen Vaters zum Ableben des Großmeisters des Souveränen Militärordens von Malta, Seiner Hoheit und Eminenz Fra ‚Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sanguinetto an den Großmeister-Statthalter ad interim Fra ‚Ruy Gonçalo Do Valle Peixoto de Villas Boas

Telegramm des Heiligen Vaters:

NACHDEM ICH DIE NACHRICHT VOM TOD SEINER EMINENZ UND HOHEIT FRA’ GIACOMO DALLA TORRE DEL TEMPIO DI SANGUINETTO, GROSSMEISTER DES SOUVERÄNEN MALTESERORDENS, VERNOMMEN HABE, MÖCHTE ICH DEM GESAMTEN ORDEN MEIN TIEF EMPFUNDENES MITGEFÜHL AUSSPRECHEN.
ICH ERINNERE MICH AN IHN ALS AN EINEN ENGAGIERTEN MANN DER KULTUR UND DES GLAUBENS. ICH ERINNERE MICH AUCH AN SEINE VOLLKOMMENE TREUE ZU CHRISTUS UND ZUM EVANGELIUM, GEPAART MIT SEINEM GROSSZÜGIGEN EINSATZ, UM SEIN AMT ZUM WOHLE DER KIRCHE IM GEIST DES DIENENS AUSZUÜBEN, SOWIE AN SEINE HINGABE AN DIE BESONDERS LEIDENDEN. WÄHREND ICH IHRE TRAUER TEILE, HALTE ICH FÜRBITTE UND ERFLEHE FÜR SEINE SEELE DEN EWIGEN FRIEDEN DER GÖTTLICHEN BARMHERZIGKEIT. MIT SOLCHEN GEFÜHLEN SENDE ICH IHNEN UND DEM GROSSMAGISTERIUM SOWIE DER FAMILIE DES VERSTORBENEN VON HERZEN DEN TROST DES APOSTOLISCHEN SEGENS.

FRANZISKUS PP.

 

A SUA ECCELLENZA
FRA’ RUY GONÇALO DO VALLE PEIXOTO DE VILLAS BOAS LUOGOTENENTE AD INTERIM DEL SOVRANO MILITARE ORDINE DI MALTA
APPRESA LA NOTIZIA DELLA SCOMPARSA DI SUA ALTEZZA EMINENTISSIMA FRA’ GIACOMO DALLA TORRE DEL TEMPIO DI SANGUINETTO, GRAN MAESTRO DEL SOVRANO MILITARE ORDINE DI MALTA, DESIDERO ESPRIMERE ALL’INTERO ORDINE IL MIO SENTITO CORDOGLIO. DI COSI’ ZELANTE UOMO DI CULTURA E DI FEDE RICORDO L’INTEGRA FEDELTA’ A CRISTO E AL VANGELO, CONGIUNTA AL GENEROSO IMPEGNO NELL’ESERCITARE CON SPIRITO DI SERVIZIO IL PROPRIO UFFICIO PER IL BENE DELLA CHIESA, NONCHE’ LA SUA DEDIZIONE AI PIU’ SOFFERENTI. MENTRE PRENDO PARTE AL COMUNE DOLORE, ELEVO PREGHIERE DI SUFFRAGIO ED INVOCO PER LA SUA ANIMA, DALLA DIVINA BONTA’, LA PACE ETERNA. CON TALI SENTIMENTI, INVIO DI CUORE A LEI E AL GRAN MAGISTERO, COME PURE AI FAMILIARI DEL COMPIANTO DEFUNTO, LA CONFORTATRICE BENEDIZIONE APOSTOLICA.

N. 0253
[00556-IT.01] [Testo originale: Italiano] [B0253-XX.01]
FRANCISCUS PP

Bundespräsident Van der Bellen zum Tod von Malteser-Großmeister: Dalla Torre hinterlässt eine große Lücke

Wien (OTS) – „Der Tod von Fra‘ Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sanguinetto, hinterlässt eine große Lücke“, zeigt sich Bundespräsident Alexander Van der Bellen vom Tod des Malteser-Großmeisters betroffen.

„Dalle Torre hat den Malteser-Orden mit großer Umsicht geleitet und sich auch mit großem persönlichem Engagement für die humanitären Projekte des Ordens eingesetzt. Ich erinnere mich gerne an die Begegnung und die guten Gespräche mit Fra‘ Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sanguinetto während meines Besuches am Sitz des Ordens. Meine Gedanken sind in dieser Zeit bei seiner Familie, bei der Ordensregierung in Rom und bei seinen Freunden“, so Alexander Van der Bellen.

Via Twitter kondoliert Seine Eminenz der Hwdgst. Herr Kardinal Dr. Christoph Schönborn:

„Mit dem Heimgang von Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sanguinetto verliert der Malteserorden einen Großmeister, dessen Leben von überzeugender Gottes-und Nächstenliebe geprägt war. Ich werde bei der Morgenmesse in einer Woche am 7. Mai  seiner dankbar gedenken und für ihn beten.“

Pater MMag. Dipl.-Bw. (FH) Frank Bayard, MBA – Hochmeister des Deutschen Ordens zum Tod des Großmeisters:

Exzellenz, verehrter Herr Prokurator, lieber Graf Salburg-Falkenstein,

heute Morgen erreichte mich die bestürzende Nachricht zum viel zu frühen Heimgang Seiner Hoheit und Eminenz, Fra’ Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sanguinetto, Fürst und Großmeister des Souveränen Ritter- und Hospitalordens des Heiligen Johannes von Jerusalem, von Rhodos und von Malta. Als Generaloberer des Ordens der Brüder und Schwestern vom Deutschen Haus Sankt Mariens in Jerusalem spreche ich Ihnen, aber auch dem gesamten Souveränen Malteser-Ritter-Orden meine aufrichtige und tiefe Anteilnahme aus.

Fra’ Giacomo wurde in für den Orden schwieriger Zeit in dieses höchste Amt als Großmeister des Ordens berufen und vollbrachte es aus einem tiefen Glauben und der Hoffnung auf Gottes Führung heraus, mit hohem diplomatischem Vermögen, Achtsamkeit und dem Blick für die Bedürfnisse der Zeit als Brückenbauer den Orden wieder zu einen und mit dem Anstoß von Reformen die Weichen zur Gestaltung einer guten Zukunft Ihres so altehrwürdigen Ordens zu stellen.

Am heutigen Gedenktag der Hl. Katharina von Siena, habe ich des Verstorbenen bereits in der Hl. Messe gedacht und ihn der mütterlichen Fürsorge unserer Ordenspatronin der Gottesmutter Maria anvertraut. Wie zeichenhaft mag dieser Sterbetag Seiner Hoheit und Eminenz doch sein, da die Hl. Katharina es schaffte, in einer Zeit der tiefen Zerrüttung Europas und der bevorstehenden Kirchenspaltung unter Papst Urban VI. mit Weitblick und Tatendrang, eine Friedenslösung in Krisenzeiten herbeizuführte.

Möge Fra’ Giacomo als treuer Knecht unseres Herrn und Erlösers nun eingehen in dessen himmlische Herrlichkeit, seine Verdienste um den Souveränen Malteser Ritter Orden und um das Wohl der ihm Anvertrauten vergolten werden und möge er auf die Fürsprache der Ordenspatrone und Ordensheiligen in Gottes Liebe geborgen sein.

Im Gebet verbunden
Hochmeister

Brief Seiner Eminenz der Erzbischof Pedro López Quintan – Apostolischer Nuntius in Österreich:

Exzellenz! Sehr geehrter Herr Prokurator Graf Salburg-Falkenstein!

Mit tiefer Trauer habe ich vom Heimgang des 80. Fürsten und Großmeisters des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens, Seiner Hoheit und Eminenz Fra‘ Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sanguinetto, Kenntnis erhalten.

Angesichts dieses großen und schmerzlichen Verlustes für uns alle darf ich Ihnen und dem ganzen Großpriorat von Österreich meine aufrichtige und tief empfundene Anteilnahme zum Ausdruck bringen. Darum werde ich in diesen Tagen gerne in der Kapelle der Apostolischen Nuntiatur eine heilige Messe für den Verstorbenen zelebrieren. R.I.P.

In dieser Stunde der Trauer und des Abschiedes möchte ich Sie und alle Mitglieder des Großpriorates von Österreich mit den Worten des hl. Metropoliten Symeon von Thessalonich, trösten: ,,Durch den Tod werden wir ja keineswegs voneinander getrennt, denn wir gehen alle den gleichen Weg und werden uns am gleichen Ort wiederfinden. Wir werden nie voneinander getrennt sein, denn wir leben für Christus und sind jetzt mit Christus vereint; wir gehen ja zu ihm“ /De Ordine Sepulturai, in: PG 155, 685B. Wir wissen daher den lieben Verstorbenen, der sich in seinem irdischen Legen stets für die Anliegen des Ordens sowie der Kirche eingesetzt hat, in der nie endenden Liebe unseres Himmlischen Vaters geborgen.

Indem ich Ihnen mein tiefempfundenes Mitgefühl erneuere, verbleibe ich mit der Zusage meines Gebetes,

Ihr Pedro López Quintana
Titularerzbischof von Acropolis
Apostolischer Nuntius in Österreich

Der Malteser Hilfsdienst e.V. trauert um Großmeister Fra‘ Giacomo

Mit großer Trauer haben die Malteser auf die Nachricht vom Tod von Fra‘ Giacomo Dalla Torre del Tempio de Sanguinetto reagiert. Das Staatsoberhaupt des Malteserordens mit Regierungssitz in Rom ist heute im Alter von 75 Jahren in Rom gestorben. Vor einem halben Jahr hatte er Deutschland als Staatsgast besucht und war von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble empfangen worden. Er informierte sich in einer Tafel für Bedürftige, sprach mit Menschen im Hospiz und erkundigte sich in einer Unterkunft für Geflüchtete nach deren Lebensbedingungen.

Der Präsident der deutschen Assoziation des Malteserordens, Erich Prinz von Lobkowicz, sagte: „Auf seinen Reisen interessierte ihn die Lage der Armen und Kranken und wie ihnen geholfen werden könne mehr als die Politik. Nie ließ er die Gelegenheit zu Begegnungen mit den älteren, armen und kranken Menschen aus. Bei seinen Besuchen in Deutschland hat er unsere Herzen vollständig gewonnen, seine zurückgenommene fürsorgliche Art war unwiderstehlich. Zu vielen Staaten und Staatsoberhäuptern begründete Fra‘ Giacomo wirkliche Freundschaften. Seine Gabe zur Freundschaft war ebenso einfach wie authentisch.

Für den Malteser Hilfsdienst, in dem mehr als 50.000 Menschen ehrenamtlich tätig sind, sagte dessen Präsident Georg Khevenhüller: „Unvergessen sind die Momente, wo er die tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Wallfahrt für Menschen mit Behinderung in Rom empfangen hat. Er strahlte Herzlichkeit und Wärme aus, die die Pilger berührte. Der Malteser Hilfsdienst verbindet mit Fra‘ Giacomo sein liebenswertes Lächeln und seine unendliche Dankbarkeit für die Werke der Barmherzigkeit, die wir Malteser in Deutschland leisten dürfen. Unvergessen bleiben seine Begegnungen mit unseren ehren- und hauptamtlichen Aktiven, bei denen der Großmeister mit seiner gütigen Art und Weise den Helfern im Namen der Bedürftigen immer wieder dankte.“

Fra’Giacomo Dalla Torre del Tempio de Sanguinetto wurde am 9. Dezember 1944 in Rom geboren. Er schloss sein Studium der Geisteswissenschaften an der Universität Rom mit den Schwerpunkten christliche Archäologie und Kunstgeschichte ab. Danach nahm er akademische Ämter am Päpstlichen Institut Urbaniana an und unterrichtete klassisches Griechisch. Er war auch Chefbibliothekar und Archivar für die wichtigen Sammlungen des Instituts und hat eine Reihe von Essays und Artikeln zu Aspekten der mittelalterlichen Kunstgeschichte veröffentlicht. 1985 wurde er Mitglied des Souveränen Ordens, legte 1993 seine Ewigen Gelübde ab und übte eine Reihe von hochrangigen Ämtern im Malteserorden aus, bevor er am 2. Mai 2018 zum 80. Großmeister des Souveränen Malteserordens gewählt wurde.

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

Johannesgasse 2 - 1010 Wien - Österreich | T: +43 1 512 72 44 | E: smom@malteser.at

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