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Das Riesenfass von Rohrendorf

14/07/2017 


Das Riesenfass von Rohrendorf

Von Johann Werfring

Die Weinkellerei Lenz Moser in Rohrendorf bei Krems an der Donau ließ kürzlich ein 56.500 Liter fassendes „1000-Eimer-Fass“ ins Werk setzen.

Arbeiter beim Aufbau des 1000-Eimer-Fasses in der Weinkellerei Lenz Moser.© Johann Werfring

In früheren Jahrhunderten fanden sich im Gebindebestand von wirtschaftsmächtigen Weinbaubetriebe nicht selten Riesenfässer. Als rare Besonderheiten galten die sogenannten 1000-Eimer-Fässer. In Niederösterreich und Wien betrug das Fassungsvermögen eines Eimers seit dem ausgehenden Mittelalter bis 1761 exakt 58 Liter. Danach wurde der für dieses Gebiet gültige „Wiener Eimer“ mit 56,6 Liter festgelegt. Als schließlich am 23. Juli 1871 ein neues Maß- und Gewichtssystem eingeführt wurde, trat der Liter an die Stelle des Eimers.

Ein legendäres 1000-Eimer-Fass befand sich anno dazumal im Besitz der für ihren unermesslichen Reichtum bekannten fürstlichen Familie Esterházy auf Burg Forchtenstein im heutigen Burgenland. Die Anzahl von 1000 Eimern scheint überhaupt von alters her ein Faszinosum gewesen zu sein, wurde doch einem in Spitz an der Donau in der schönen Wachau befindlichen, mit Reben bewachsenen Abhang der Name Tausendeimerberg verpasst. Der Name rührt daher, dass von dort in guten Jahren bis zu 1000 Eimer Wein eingebracht wurden.

Die Rohrendorfer Weinkellerei Lenz Moser zählt österreichweit zu den wirtschaftsmächtigsten Betrieben der Branche

Das bis heute berühmteste 1000-Eimer-Fass des Landes ist im Binderstadl des Stifts Klosterneuburg zu finden. Wie berichtet wird, ist dieses im Jahr 1704 gebaute Fass zur Zeit der Napoleonischen Kriege, konkret im Jahr 1805, von französischen Soldaten ausgetrunken worden. Da ein leer stehendes Fass undicht wird, konnte es hernach nie mehr befüllt werden. Bekanntlich ist dieses historische 1000-Eimer-Fass alljährlich zu Leopoldi einer vielköpfigen Schar an Urbani-Jüngern zum sogenannten Klosterneuburger Fasslrutschen dienstbar.

Heute zählt die Weinkellerei Lenz Moser in Rohrendorf bei Krems an der Donau zu den wirschaftsmächtigsten heimischen Betrieben der Branche. Auch in deren Keller gab es ein 1000-Eimer-Fass, das schon vor geraumer Zeit außer Dienst gestellt wurde. Auf Anregung von Ing. Ernest Grossauer, dem Chefönologen von Lenz Moser, knüpft der Betrieb nun wieder an die alte Riesenfass-Tradition an.

Bereits im Dezember 2009 sowie im Jänner 2010 erfolgte im Wienerwald, nahe Klosterneuburg, die Schlägerung des für den Fassbau benötigten Holzes. Die ausgesuchten Bäume hatten ein Alter zwischen 130 und 160 Jahren. Die Klosterneuburger Eiche aus dem stiftlichen Besitz sei deshalb besonders geeignet, „weil diese auf dem kalkhältigem Boden vergleichsweise langsam wächst und relativ gleichmäßige Jahresringe aufweist“, so Grossauer.

Eine Herausforderung sei es auch gewesen, eine geeignete Fassbinderei zu finden, die das ungewöhnliche Werk umzusetzen imstande ist. Die Wahl fiel schließlich auf die Fassbinderei Pauscha mit Firmensitz in Wolfsberg in Kärnten. Nach entsprechender Trocknungszeit des Holzes erfolgte Ende Juni 2017 der Aufbau des Fasses  in der Weinkellerei Lenz Moser. Die Ausfeuerungszeit für die Biegung der Dauben betrug 12 Stunden, hernach wurde das Holz noch weitere 12 Stunden für das Toasting unter Feuer gesetzt. Das Toasting solle beim Wein aber nicht im Vordergrund stehen, beteuert man bei Lenz Moser. Das Fass hat ein Gewicht von rund 13.000 Kilogramm, es ist aus insgesamt 108 Dauben zusammengesetzt. Der Fassumfang beträgt an der stärksten Stelle beachtliche 14,6 Meter, das Fassungsvermögen beträgt 56.500 Liter.

Erstmals befüllt werden soll das neue Rohrendorfer 1000-Eimer-Fass im Herbst 2017, und zwar mit einer Cuvée aus Zweigelt, Merlot und Cabernet Sauvignon des Jahrgangs 2017. Die Trauben dafür werden in den Weingärten des Schlossweingutes Souveräner Malteser Ritterorden in Mailberg (Weinviertel) gelesen werden. Lenz Moser bewirtschaftet dort seit 1969 rund 50 Hektar Rebfläche in Pacht.

Am 18. November 2017 wird der Propst des Stiftes Klosterneuburg, Bernhard Backovsky, die Segnung des Rohrendorfer Riesenfasses vornehmen. Es wird zu diesem Zeitpunkt auch schon mit dem Fassboden des alten Lenz Moser’schen 1000-Eimer-Fasses, darstellend das Motiv „Noah empfängt den Rebstock von Gott, dem Herrn“, geschmückt sein.

Print-Artikel erschienen am 14. Juli 2017
In: „Wiener Zeitung“, Beilage „Wiener Journal“, S. 20–21

Copyright: Lenz Moser
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