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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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Heiliger Stanislaus von Krakau, 11. April 2016

23/05/2016 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

„Jetzt ist er da, der rettende Sieg!“ Dieses Wort setzt die Kirche über einen Mord. Einen Mord in der Heiligen Messe.

Da sind sie wieder, die Zumutungen der Kirche. Man erwartet eine der schönen, stillen, frohen Messen der Osterzeit, man will hören vom Aufblühen der noch ganz jungen Kirche, – und Kalender und Kirche tun sich zusammen, gegen uns, wie es zuerst scheint: Am 11. April soll überall auf der Welt der hl. Stanislaus von Krakau, der große Patron Polens gefeiert werden.

Wie immer die Gründe wirklich gewesen sein mögen, welche und wie viele Motive eine Rolle gespielt haben, das steht fest: Der Erzbischof von Krakau wird während der Messe erschlagen, am Altar.

Wer will, kann dann noch streiten, ob vom König selbst oder von dessen Rittern. Ob der Erzbischof nur erschlagen wurde oder auch noch in vier Stücke gehauen. Es geschah am 11. April 1079; es ist lange her. Die Quellen sind dunkel.

Fest steht wiederum: Stanislaus hatte in Gnesen und Paris studiert. Europäischer Geist. Er war von Adel und lebte in Armut. Er legte sich mit dem König an. Da ging es, auf beiden Seiten wohl, um Macht, Besitz, das Recht, die guten Sitten… zwei Welten, die mit Gewalt auf einander stoßen.

„Sie hielten ihr Leben nicht fest“, heißt es in der Lesung. Auch das stimmt. So waren diese Männer und Frauen. Sie wussten etwas, was wir vergessen möchten und doch immer weniger verdrängen können. Sie wussten, dass diese Welt nicht gut ist. Doch das verunsicherte sie nicht. „Und die Welt hat sie hasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie auch ich nicht von der Welt bin.“ Diese Christen hatten gar nicht die Möglichkeit, das Wort des Herrn zu vergessen.

Gar nichts hier ist friedlich. Der Souveräne Malteser-Ritter-Orden weiß um diese Dinge. Sonst riefe er nicht in seinem Ordensgebet, er werde den Glauben „gegen alle Angriffe verteidigen“. Ja, der Glaube wird angegriffen. Gott wird angegriffen.

Wie hat der hl. Stanislaus den Glauben verteidigt? Auf alle mögliche Weise, dürfen wir annehmen. Die Verteidigung des Glaubens beginnt früh… Aber am Schluss blieb dem Erzbischof nur noch eine einzige Weise: am Altar zu stehen. Am Altar (und wir stehen alle um den Altar) hat er sich unerschrocken für die Ehre Gottes eingesetzt (Tagesgebet).

Ja, es kann ernst werden. Ja, es gibt etwas, wofür man einzustehen hat. Ja, Gottes Ehre kann verletzt werden. Das ist keine Frage. Die Frage hier ist vielmehr: Wie soll der Gläubige heute reagieren, wenn Gottes Ehre verletzt wird? Indem er die Beleidiger Gottes einsperrt? Oder indem er sich von ihnen im Zweifelsfall den Kopf abschneiden oder am Altar erschlagen lässt? Sollen wir angreifen oder aushalten? Verteidigen oder zuschlagen?

Im Konzil hat sich die Kirche ihrer herrscherlichen Rechte entledigt, freiwillig. Sie wurde zu Dulderin, – die erdulden kann, weil sie ihren Sieg sicher weiß. Denn wo die Kirche ist, da ist auch Gott. Zwischen Gott und der Kirche ist keine Deckungsgleichheit; sie sind nicht identisch. Jeder Christ, der sein Gewissen erforscht, sein Leben kennt, um die Abgründe seines Herzens weiß, weiß das. Aber Gott ist auch nicht von der Kirche zu trennen: „Ich bin bei euch alle Tage…“

Das ist der tiefste Grund, wenn es um die Standhaftigkeit im Glauben geht. Standhaft müssen wir sein, weil es um Gott geht. Standhaft können wir sein, weil wir nicht vergessen, was unser Herr gesagt hat: „Und ich habe sie behütet, und keiner von ihnen ging verloren.“ Wir haben schon gesiegt „durch das Blut des Lammes“ („Sie haben ihn besiegt durch das Blut des Lammes…“). Wir können siegen durch unser Wort und Zeugnis.

Hl. Stanislaus, bitte für uns.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

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