Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen einen bedarfsgerechteren Service bereitstellen zu können. Um Ihnen auf Ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmte und für Sie relevante Informationen bereitstellen zu können, werden auf dieser Website mithilfe von Cookies Informationen über Sie und Ihr Nutzungsverhalten gesammelt und gespeichert. Cookies sind kleine Textdateien, die von einem Website-Server auf Ihrem Computer oder sonstigen Geräten zur Internetnutzung abgelegt werden. Ihr Webbrowser sendet diese Cookies bei jedem Besuch an die Website zurück. Dies ermöglicht es uns, Sie bei einem erneuten Besuch der Seite zu identifizieren und Informationen bzgl. Ihrer Präferenzen, zu speichern. Weitere Informationen zu Cookies und ihrer Funktionsweise finden Sie unter: https://www.aboutcookies.org/ Bei jedem Besuch unserer Website werden mithilfe der Cookies und anderen Technologien Informationen gespeichert. Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit unserer hier beschriebenen Verwendung von Cookies einverstanden. Weiterlesen

Close
Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

Malteserorden

Nachrichten

Montag der 11. Woche im Jahreskreis, 15. Juni 2015

30/06/2015 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

Das eben war kein Gesetzestext. Das Evangelium ist keine Sammlung von Paragraphen, die einen neuen Staat organisieren sollen. Das sind Worte, die gesprochen werden, um an Gott zu erinnern.

Genau das war die Aufgabe der Propheten im Alten Testament: das Alltagsgetriebe durchbrechen, die Routine der Leute stören und an Gott zu erinnern. Propheten sind nicht Wahrsager, sie enthüllen nicht zuerst die Zukunft und sie geben keine Gesetze. Sie sind vielmehr das, was eine etablierte Gesellschaft braucht: Verstörer, Erinnerer, Menschen, die einen anderen Blick haben. Männer und Frauen, die von Gott sprechen – und zwar nicht, weil es ihnen gefällt, sondern weil sie nicht anders können.

Auch Jesus ist ein Prophet – der Prophet der Propheten. Er ist kein Gesetzgeber. Deswegen lassen sich seine Wort nicht in juristische Formeln gießen; zwischen Paragraphen ist zu wenig Platz für sie; vor Gericht kann man sie nicht einklagen – und dennoch ordnen seine Worte unsere Welt.

Am Anfang des Johannesevangeliums heißt es: „Im Anfang war das Wort.“ Die Rede ist von Jesus. Jetzt ist dieses ewige Wort zu hören: „Ich aber sage euch…“ Mit anderen Worten: Ich stehe noch über dem Gesetz, das ihr von Gott bekommen habt. Denn ich bin Gott. Die Propheten verkünden das Wort Gottes, Jesus ist das Wort Gottes. Das Allererste, worum es in diesem Evangelium geht, ist also Jesus selbst. Welche Bedeutung beansprucht er? Welche Bedeutung geben wir ihm?

Nach Jesus selbst geht es um das, was er sagt. Jesus nennt die grundlegenden Maßstäbe. Es geht nicht darum, gegen die Gesetze des Alten Testamentes zu rebellieren; Es geht darum, alles auf Gott zurückzuführen. Das ist die Aufgabe des Propheten.

Jesus selbst ist das neue Gesetz; er selbst ist das Prinzip: „Ich aber sage euch…“ Seine Worte kennen wir; wir bekommen nach und nach ein Verständnis dafür, worum es ihm geht – und setzen das dann in den konkreten Situationen des Alltags um. Es geht also erst um die Beziehung zum Herrn und dann um Kreativität und Klugheit in der Entscheidung. Oder meinen Sie wirklich, Jesus ginge es darum, dass wir vorformulierte Regeln penibel befolgen?

„Auge um Auge…“, das war einmal ein Fortschritt, in den Zeiten maßloser Rache. Das zog Grenzen. Aber mit Christus ist das überholt. Rechnende Gerechtigkeit ist ihm fremd. Er will Vergebung ohne Vor- oder Gegenleistung (Verlorener Sohn). Das haben wir verstanden, das können wir umsetzen.

Das, was Jesus da sagt, lässt sich durchaus leben. In vielen konkreten Momenten. Nicht Gleiches mit Gleichem zu vergelten, den Kampf beenden, indem man nachgibt, aussteigt: Das verändert das Zusammenleben von Menschen. Was Jesus tut und lehrt, was wir verstehen und befolgen, das wird früher oder später politisch. Es kann nicht nur privat bleiben, sondern rührt an die öffentlichen Dinge, – oder aber man dementiert Jesus und sperrt ihn ein in einer nur privaten, innerlichen, kraftlosen Frömmigkeit.

„Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand.“ – „Ja, aber wo kommen wir da hin? Und wenn er meiner Familie auch etwas Böses antut, soll ich dann auch stillhalten? Das geht doch nicht!“ – Alles richtig. Denken Sie, Jesus wüsste das nicht? Aber soll mit den Einwänden alles erledigt sein? Was geschähe dann noch? Nicht mehr viel.

Deswegen: Versuchen Sie ’s doch mal! Probieren Sie aus, was geschieht, wenn Sie nicht vergelten. Entdecken, dass es Freude machen kann, die Erwartungen der Leute auszuhebeln. Das ist ja der Sinn dieses Evangeliums. Erstens: Hört auf mich! Zweitens: Probiert was aus! Ihr seid frei! Wer sich auf Jesus einlässt, der lernt die Freiheit kennen. Die Propheten, vor allem Jesus selbst, dann die Heiligen: Das waren freie Menschen. Wir aber wurden in unserer Taufe zu Prophetinnen und Propheten gesalbt, Mit dem Propheten aller Propheten, mit Christus, innerlich verbunden, berufen, Menschen an Gott zu erinnern. Also los!

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

Johannesgasse 2 - 1010 Wien - Österreich | T: +43 1 512 72 44 | M: smom@malteser.at

X