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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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Sonntag der Barmherzigkeit (2. Sonntag der Osterzeit) 2015 – Der Glaube

05/05/2015 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

„Wir haben den Herrn gesehen!“ Der große Durchbruch ist das nicht. Und Glaube ist nicht einfach. Es braucht viel, bis einer wirklich glaubt.

Judas ist ausgeschieden. Er hatte das Falsche geglaubt und sich verrannt statt aufzugeben. Wer nicht eine seiner Ideen aufgeben kann, wird Gott nicht finden (und wer keiner Idee treu sein kann, wird ihn verlieren).

Judas ist ausgeschieden, Thomas ist nicht da. Zeit und Ort können wichtig sein für den Glauben. Vielleicht sind viele, die wir kennen und die nicht glauben, einfach immer am falschen Ort gewesen, zur falschen Zeit. Bisher. Ein idiotischer Pfarrer reicht … und einer glaubt 30 Jahre lang nicht. Aber dann, eines Tages … Eine Chance gibt es immer. Bis zum Schluss. Wir Christen sind die, die für andere die Chance offen halten, zum Glauben zu kommen. Das ist unsere historische Aufgabe.

Judas ist ausgeschieden; Thomas ist nicht da; die anderen zehn glauben schon. Sie haben den Herrn gesehen. Aber sie fürchten sich noch immer („Am Abend… als die Jünger aus Furcht… die Türen verschlossen hatten“). Hier hat der Glaube nicht viel verändert. Noch nicht.

Sie haben den Auferstandenen gesehen. Aber einmal reicht nicht. Jesus kommt wieder und wieder, bis heute. Jesus ist nicht wie die Menschen, die sagen: „Na, dann eben nicht.“ Er ist sich nicht zu schade; er ist nicht beleidigt. Er kommt wieder und wieder (jeden Sonntag), bis sie glauben.

Auf dem Weg zum Glauben braucht es die andern. Die Gemeinschaft der Apostel sagt dem, der nicht da war: „ Wir haben den Herrn gesehen.“ Thomas glaubt ihnen nicht. Wie auch? Sie haben ja noch immer Angst. Aber der ungläubige Thomas wird immerhin aufmerksam. Wir können keinen Glauben bewirken; das kann nur Gott. Aber wir können ein Klima schaffen, in dem der Glaube beginnen kann.

Thomas ist ein Mann, der dem Zeugnis der anderen nicht traut. Einer, der bei seiner Überzeugung bleibt. Schließlich gibt er nicht den anderen nach; er weicht nicht dem Argument, sondern dem Offensichtlichen. Die anderen konnten Thomas nicht überzeugen. Es brauchte die Gegenwart des lebendigen Herrn.

Jesus warnt die Skeptischen: „Selig, die nicht sehen und doch glauben.“ Mit anderen Worten: Thomas, du warst nahe daran, deine Seligkeit zu verspielen. Die Skepsis ist ein Risiko, das eine Notwendige zu verpassen; sie hat etwas Anmaßendes – Thomas fordert eine Erfahrung des Wunderbaren –, aber Jesus verübelt Thomas seine Skepsis nicht. Jesus kommt Thomas entgegen. Und fordert ihn: „Streck deine Hand aus!“ – „Bewege dich!“ Und lädt ihn ein, eine noch viele tiefere Erfahrung zu machen als diese eine Berührung: „Sei nicht ungläubig, sondern gläubig.“

Die Evangelien kennen so unterschiedliche Arten, zum Glauben zu kommen! Johannes, der Jünger, den Jesus liebte, betrachtet. Er meditiert das leere Grab – und glaubt. Er erkennt den Herrn sogar unter Gesten und Zeichen: „Es ist der Herr“, sagt er am Ufer des Sees. Thomas hingegen zweifelt, stellt Bedingungen, will fühlen und prüfen. Aber am Ende sagt auch er, ganz ähnlich wie Johannes: „Mein Herr und mein Gott!“

Dabei kommt er nicht bloß zum Glauben an das Ereignis der Auferstehung. Er kommt zum Wesentlichen. Denn die Auferstehung ist nicht das Wesentliche. Das Wesentliche ist die Erkenntnis, wer Jesu ist und wer Jesus für uns ist. Jesus ist Gott und unser Herr. Der Glaube ist erst dann angekommen, wenn einer sagt, was Thomas sagt. „Mein Herr und mein Gott!“

Seit den Zeiten des heiligen Johannes Paul II. ist der zweite Sonntag nach Ostern der „Sonntag der Barmherzigkeit“. Was hat nun die Thomas-Episode, die die Liturgie uns heute vorlegt, mit der Barmherzigkeit zu tun? Wir meinen immer, Barmherzigkeit tröste, übe Nachsicht; Barmherzigkeit sei wie ein sanftes Streicheln. Ein Zugeständnis des Starken an den Schwachen. Hier sehen wir eine andere Barmherzigkeit: Die Barmherzigkeit Jesu, der auf die Bedingung des Thomas eingeht. Barmherzigkeit hilft zum Glauben und zum Mut. Barmherzigkeit führt zum Aufbruch.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

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