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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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Osternacht 2015

04/05/2015 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

Sieben Lesungen aus dem Alten Testament sind vorgesehen für die Osternacht. Aus „seelsorglichen Gründen“ darf ein Pfarrer sie reduzieren (Gefahr für Leib und Leben des Pfarrers ist ein sehr guter seelsorglicher Grund!). Drei Lesungen aber müssen mindestens sein, weltweit, in allen Kirchen; und eine von diesen dreien muss die sein, die von der Befreiung der Juden handelt: die Lesung vom Zug durch das Rote Meer. Warum diese? Weil sie das Bild der Erlösung ist. Erlösung bedeutet Freiheit. Befreiung von der Gewalt – durch Gewalt. Die Gewaltherrscher Ägyptens geben die Juden erst frei, als sie Gegengewalt erleben. Die Gewalt Gottes.

Es gab kürzlich einen Film, „Exodus“, der von genau dieser Geschichte handelt: Die Juden, das erste Volk Gottes, werden freie Menschen. Es gibt da eine Szene: Moses wirft den jüdischen Gemeindevorstehern (Pfarrern, Pfarrgemeinderäten) vor: „Ihr glaubt nicht mehr an das Gelobte Land. Das ist euer Problem! Ihr habt die Sklaverei verinnerlicht. Ihr seid Realisten geworden. Resignierte Klugscheisser. Ihr organisiert das Zusammenleben – aber nicht den Aufbruch in die Freiheit.“ Das hat Moses satt. Er will die Freiheit. Er hat die Berufung. Also lehrt er die Sklaven zu kämpfen.

 

Ist die Religion doch eine Quelle der Gewalt? Gibt es immer dort Probleme, wo religiöse Menschen sind? Wäre eine Welt ohne Religion nicht friedlicher? Man könnte das heute fast meinen…

Als Christen können wir weiter fragen: Verzichten wir nur auf Gewalt, weil wir müde geworden sind? Bequem? Werden wir verschwinden, während der Islam siegt? Gehen wir Christen unter?

Die wahre Religion sei nicht Quelle der Gewalt, sondern „Quelle der Humanität“, schreiben die christlichen Krawattlträger in den klugen Zeitungen. Übersetzt: Am Ende des Tages sind die Christen loser, edel, aber unterlegen.

Ich behaupte: Ostern ist ein Fest der Gewalt. Liebe ist eine Gewalt. Auferstehung bedeutet Gewalt. Ungeheure Kraft. Explosion von Kraft.

Aber die Kraft, die Liebe, die Gewalt, um die es hier geht, ist so anders als die, von der wir in den Nachrichten hören oder im eigenen Leben erfahren.

Die Idee der Gewalt ändert sich total, spätestens am Kreuz. Jesus ist keine saft- und kraftlose Figur, sondern ein Mann voll Zorn und Trauer und voller Liebe. Er zeigt uns immer wieder (Sonntag für Sonntag), wie wir unsere Fantasie befreien können. Und das Kreuz ist da der letzte große Befreiungsschlag.

Diese Welt sagt uns: Wehr dich, setz dich durch, sei besser als die anderen, nimm dir, was dir zusteht, lebe dein Leben! – Jesus sagt: „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“ – „Nehmt und esst, das ist mein Leib.“ Es geht also auch anders, das zeigt uns Jesus. Seine Worte haben Kraft und Gewalt. Aber so anders als das Geschrei dieser Welt.

Jesus zeigt uns als Erstes, dass Gott leidet wie alle, die in dieser Welt leiden. Leiden ist nun nicht mehr Einsamkeit, nicht mehr nur für arme Verlierer, nicht mehr sinnlos, sondern göttlich.

Pilatus führt einen Prozess gegen Jesus. Gott führt einen Prozess gegen die Gewalt, die die Leute so toll finden. Christus sagt uns vom Kreuz herab: Es ist nicht immer wichtig, ob du Recht hast, bewundert wirst, aussiehst wie ein Sieger. Manchmal ist es gut, einfach hinzunehmen, einfach zu provozieren, um etwas zu bewegen.

Die Finanzhaie bringen nichts zustande als Reichtum der wenigen und Zwang für alle. Sie erschaffen nichts. Sie raffen nur, mit Gewalt. Die Islamisten bringen nichts zustande als körperliche Gewalt und schlichte Ordnung. Zwangsordnung. Die Islamisten glauben nicht, sie machen. Ihr Glaube kennt nur Sicherheit. Selbst-Sicherheit. Gewalt, die Sicherheit herstellt (ich möchte junge Menschen, die solche Sicherheit nicht nötig haben!).

Christus schafft eine neue Welt… – das Reich Gottes, das mit organisierter Lüge, organisierter Spionage, Hinrichtungen, räuberischen Kriegen, Besetzung fremder Länder, Vergewaltigung von Völkern, Nationalismus, ungeheuerliche soziale Ungleichheit und Herrschaft des Geldes nichts zu tun hat.

Christus ist Gewalt, die Vergebung bewirkt. Erlösung.

Die Frauen und die Apostel waren deshalb so mutig, so anders, weil sie eine überwältigende Erfahrung gemacht hatten: Sie sind dem lebendigen Christus begegnet. Sie haben die Kraft aufgenommen, die er ihnen gab.

Welche ungeheure Kraft da ist, in uns, bereit seit der Taufe… warum starten wir nicht?

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

 

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