Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen einen bedarfsgerechteren Service bereitstellen zu können. Um Ihnen auf Ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmte und für Sie relevante Informationen bereitstellen zu können, werden auf dieser Website mithilfe von Cookies Informationen über Sie und Ihr Nutzungsverhalten gesammelt und gespeichert. Cookies sind kleine Textdateien, die von einem Website-Server auf Ihrem Computer oder sonstigen Geräten zur Internetnutzung abgelegt werden. Ihr Webbrowser sendet diese Cookies bei jedem Besuch an die Website zurück. Dies ermöglicht es uns, Sie bei einem erneuten Besuch der Seite zu identifizieren und Informationen bzgl. Ihrer Präferenzen, zu speichern. Weitere Informationen zu Cookies und ihrer Funktionsweise finden Sie unter: https://www.aboutcookies.org/ Bei jedem Besuch unserer Website werden mithilfe der Cookies und anderen Technologien Informationen gespeichert. Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit unserer hier beschriebenen Verwendung von Cookies einverstanden. Weiterlesen

Close
Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

Malteserorden

MENUMENU

Nachrichten

3. Sonntag der Osterzeit

14/04/2013 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes.Lange Zeit konnte sich die Amtskirche sicher sein. Die Pfarrer waren, zumindest auf dem Land, angesehene Männer. Gegen den Pfarrer war ein Dorf nicht zu führen. Die meisten Geistlichen waren pflichtbewusst und mit ihren Leuten verbunden. Die Sakramente und die Hl. Messe wurden eher verwaltet als gefeiert: Man musste sich keine große Mühe geben. Innerliche Frömmigkeit war Privatsache, nicht allgemeines Anliegen. Moral war wichtiger als Gottesliebe. Die Kirche war selbstverständlich. Irgendwann aber merkten die Leute, dass man auch ohne Kirche und ohne Glauben ganz gut leben kann. Sie hatten zudem genug von der jahrhundertelangen Bevormundung durch den Klerus. Und so wurden es immer mehr, die zwar zur Taufe, Kommunion und Firmung zur Kirche kamen, vielleicht auch zur Hochzeit (wenn sie denn heirateten) und dann wieder bei einer Beerdigung. Aber abgesehen von solchen traditionellen Lebenspunkten spielte die Kirche keine Rolle mehr. Der Pfarrer blieb mit ein paar alten Frauen, ein paar Kindern und einer kleinen Schar von engagierten Katholiken allein. Wo gab es in alldem noch echten Glauben? D. h. Glauben, der das Leben wirklich bestimmt? Die Mehrheit, das waren Christen mit Taufschein, aber ohne Glauben. Für die war die Kirche da zur Brauchtumspflege. Ein Dienstleistungsbetrieb. Die Pfarrer hatten Taufen, Kommunionen und so weiter anzubieten; man zahlte ja schließlich Kirchenbeitrag. Aber mehr war da nicht. Seelsorge war nicht mehr gefragt. Alles war friedlich. Viele Priester glaubten selbst nicht mehr an das, wovon sie zu reden hatten. Dann aber kamen andere Zeiten. In den Städten wurden die Katholiken auch zahlenmäßig eine Minderheit. Weil der Klerus schwere Fehler gemacht hatte, wandten sich viele von der Kirche ab, andere sagten ihr sogar den Kampf an (Volksbegehren). Für Politiker und Wirtschaftsleute wurde die Kirche irrelevant. Kaum noch jemand wollte Priester werden. Jetzt gerät die ganze Gesellschaft in die Krise. Jetzt ahnen alle, dass es so nicht mehr weiter gehen wird (Geld, Erfolg, Leistung – Umwelt, Jugendarbeitslosigkeit, Mittelstand verschwindet, Menschenrechte und Demokratie keine unhinterfragten Werte mehr). Es gibt mehr Angst als Zuversicht, mehr Kampf als Hilfsbereitschaft. Damit stehen der Pfarrer und der Pfarrgemeinderat und die Sonntagsgemeinde vor der Aufgabe, die Kirche vor Ort durch die Krise in eine neue Zeit zu führen. Das geht natürlich nicht ohne Tasten und Probieren. Das geht nicht ohne Schmerz, weil Gewohntes und Liebgewordenes aufgegeben wird. Das geht nicht ohne Konflikte: Ich verstehe, dass Leute irritiert sind, wenn plötzlich einer kommt und die Erstkommunion oder die Firmung ernst nimmt. Das sind viele nicht gewohnt; so war nicht gewettet. Ich kann erklären, Geduld haben, verzeihen und um Verzeihung bitten, aber ich kann nicht nachgeben. Wenn wir das Wort Gottes nicht ernst nehmen und mit den Sakramenten spielen, werden wir untergehen und die Gesellschaft mit uns. Denn die Gesellschaft braucht die Religion. Aber wir können etwas tun! Etwas Großes sogar! Wir leben in entscheidenden Zeiten. Die Herausforderung ist gewaltig, aber wir können uns stellen. Wir haben einander. Wir haben Erfahrung, Orientierung, Vorbilder, Weggefährten. Wozu sonst hätten wir Lesungen wie die von heute? Sie erzählt von den ersten Christen, von ihrem Glauben und ihren Kämpfen. Das sind unsere Vorbilder und Weggefährten.
Das ist das Erste, was an der Lesung aus der Apostelgeschichte auffällt: Verhör, Verbot, Verfolgung. Die Kirche steht im Konflikt mit dem Staat und mit der Gesellschaft. Dann fällt die Frage auf: Was ist unser Maßstab? Was ist wichtig? Die ersten Christen fragen sich: Wem müssen wir eher gehorchen – den Leuten oder Gott? Und wenn man noch genauer hinhört, dann erkennt man: Diese Männer stehen auf festem Grund. Man spürt Freude, Selbstbewusstsein, Glauben. Der Glaube macht Freude, weil es ein schöner Glaube ist: Auferstehung! Der Glaube führt zu Selbstbewusstsein. Zu Mut: Wir haben Jesus. Den Sieger! Und was für einen Sieger! So anders als die Sieger der alten Welt… Die Apostel werden verhört, gefangen gesetzt, verprügelt, man verbietet ihnen, von Jesus zu sprechen. „Sie aber gingen vom Hohen Rat weg und freuten sich, dass sie gewürdigt worden waren, für seinen Namen Schmach zu erleiden.“ So sind keine Verlierer. So sind selbstbewusste, freie Männer. Warum sind sie so? Weil sie Ostern erlebt haben. Weil sie wirklich glauben. Die Auferstehung hat ihr Leben verändert.
Zum mündlichen Vortag bestimmt, verzichtet der Text auf exakte Zitierung und Angabe von Quellen. Er bleibt Eigentum des Autors. Jede Veröffentlichung und Vervielfältigung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors. C. Martin

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

Johannesgasse 2 - 1010 Wien - Österreich | T: +43 1 512 72 44 | M: smom@malteser.at

X