Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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6. Sonntag im Jahreskreis

14/02/2026 


Die Predigt zum Anhören

6. Sonntag im Jahreskreis (Lesejahr A, …)
Predigt in Hafenlohr am 14. Februar 2026

– … dass ich so von Gott rede, wie es sich für Gott gebührt.

Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

Bemerken Sie das auch? Wie die Lesungen dieses Sonntags drängen?

Erste Lesung: „Gebote.“ Sie hören das nicht gerne, ich weiß. Ich frage lieber: Wozu Gebote? Doch wohl um diese Welt in Ordnung zu bringen, um etwas vorwärts zu bringen. Diese Lesung drängt zu einer Entscheidung. Sie drängt ins Entweder-oder. Mögen Sie auch nicht. – Zweite Lesung: eine neue Welt und Gegensätze aller Art. Gegensätze drängen auf eine Lösung hin, nicht wahr? – Evangelium: wieder Gegensätze. „Ich aber sage euch…“ Neu gegen alt. Jesus drängt. Wer drängt in der Kirche von heute und worauf? Ist da nicht ein großer Unterschied zwischen dem, wozu Jesus die Menschen drängt und dem, wozu die deutschen Funktionär*innen drängen?

So weit, so gut. Jetzt etwas anderes. – „Ich bin wie ich bin“, sagt eine und klingt sehr zufrieden. Ein anderer: „Gott liebt mich wie ich bin.“ – „Gott liebt dich also mit deinen Sünden? Liebt Gott das Böse, das du tust?“ – „Mit welchen Sünden bitte? Ich habe keine Sünden, nur ein paar Schwächen.“ – „Gott liebt Dich so wie Du geworden bist? Liebt er Dich immer gleich, ist es Gott egal, ob Du Mist baust oder Gutes tust?“

„Gott liebt uns wie wir sind, bedingungslos.“ Richtig. Aber warum klingt das nie dankbar? Nie zärtlich? Warum klingt das immer irgendwie trotzig, fast wie ein Titel? „Gott liebt mich, wie ich bin“ klingt wie „Frau Oberamtsrat.“

Das Problem ist, dass solches Denken gar nichts Drängendes hat. Wer so denkt („Ich bin wie ich bin“), der wird auch denken: Alles okay mit mir, Änderungen unnötig. Die anderen sollen sich ändern. Die Parteien, Medien, der Trainer meines Sohnes, die berühmte Sängerin, aber nicht ich, denn Gott liebt mich wie ich nun einmal bin.

Das ist kein Christentum. Und wenn es hundert Bischöfe so predigen. Die Heilige Schrift und die Überlieferung, also die Geschichte der heiligen Kirche, nicht der anderen Kirche, die sagen etwas völlig anderes. Und mit einem Mal geht es um die Frage: Was ist das wahre Christentum? Mit einem Mal geht es um Veränderung gegen Beharren. „Ich bin wie ich bin“, ist konservativ. An den Lesungen aber ist nichts konservativ. Sie lassen nichts, wie es ist. Veränderung also. Verwandlung. Vorher-nachher. Ein Weg. Ein innerer Weg.

Wie kommt das? – Sehen Sie, die Kirche beruht auf den Sakramenten. Sakramente sind Zeichen, die etwas bewirken. Sinnliche Zeichen wie Wasser, Brot, Wein, denen Christus göttliche Kraft verliehen hat. Die Sakramente sind immer da. Um immer etwas zu verändern. Das Brot der Eucharistie bewirkt, dass der, der es empfängt, „auf Innigste“ mit Christus verbunden wird. Wer aber mit Christus verbunden ist, kann nicht bleiben wie er ist. Er muss sich ändern. Sie bleiben in Ihrer Ehe ja auch nicht so, wie Sie am Hochzeitstag waren. Sie wachsen. Nicht in der Taille, sondern in der Liebe.

Verbindung mit Christus. Darum geht es in der Taufe, darum geht es in der Messe. Und wozu diese innere Verbindung? Durch den Menschen, der die hl. Kommunion empfängt, soll sich Gottes Liebe in der Welt verbreiten. Das meint Paulus, wenn er sagt, der Getaufte sei ein „Tempel des Heiligen Geistes“ (1 Kor 6,19); deswegen lehrt die Kirche: Der Sohn Gottes ist Mensch geworden, damit der Mensch vergöttlicht werde. Ein Geschehen also.

Die Sakramente der Kirche bewirken, dass Menschen füreinander Zeichen der göttlichen Liebe werden können. Etwas werden.

In den Sakramenten geht es um Zweierlei: Die Mitteilung der Gnade Gottes und die Antwort des Menschen mit seiner ganzen Existenz. Es geht um Zuspruch und um Anspruch. Gott sagt dem Menschen: „Ich liebe dich.“ Er sagt aber auch: „Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen“ (Lk 13,24).

Wieder wie in einer Ehe. Ich wäre nicht gerne verheiratet mit einem Stück Lammkotelett, das mir nie widerspricht, nie etwas fordert, mich nie fordert. Das ist doch das Beste überhaupt im Leben: Geborgenheit und Veränderung. Zuspruch und Anspruch.

[Der Anspruch Jesu verlangt den ganzen Menschen. So sehr, dass die Schrift von einer neuen Geburt spricht. „Wenn jemand nicht aus dem Wasser und dem Geist neu geboren wird (getauft wird), kann er nicht in das Reich Gottes kommen“ (Joh 3, 5). Also nicht bleiben wie ich bin, sondern neu werden!]

Die Erlösung durch Christus ist kein Automatismus. Stattdessen: Dialog. Eigenes Tun und Mitwirkung mit der Gnade, Ringen um ein heiliges Leben.

Und wie können Sie diesen Prozess in Gang halten? Indem Sie die Widrigkeiten des Alltags annehmen statt zu jammern oder beleidigt zu sein. / Indem Sie Verzicht üben. Verzicht auf Schlaf, Verzicht auf ein drittes Glas, Verzicht auf das letzte Wort. Verzichten für. Für Gott, für einen anderen Menschen. / Indem Sie beten. Nicht nur wenn Ihnen danach ist oder wenn Sie etwas brauchen, sondern täglich, treu. / Indem Sie die hl. Kommunion (zu der Sie ja alle laufen) so gut wie möglich empfangen. So, dass Sie wirklich mit Jesus Christus vereint werden. / Indem Sie gute Werke tun und in dieser Welt ein Licht werden, keine Stinkbombe. / Indem Sie die Bibel aufschlagen und sie hören. Das kann man sogar im Internet, ganz ohne ein Buch aus Papier.

Sie können so viel mehr als nur zu sagen „Ich bin wie ich bin“.

FÜRBITTEN

So oft der Mensch etwas tut, trifft er eine Entscheidung, zum Guten oder zum Bösen.
Heiliger Geist, halte uns im Guten.

Hilfe uns, das Böse zu meiden.

Gib uns ein neues Herz.

Vater, Dein Wille geschehe.

Die Machthaber dieser Welt werden einst entmachtet werden, sagt die Hl. Schrift.
Wir beten für die, welche die Völker der Erde regieren.

„Wenn eure Gerechtigkeit nicht noch viel größer ist als die der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.“
Jesus, erbarme dich unser.

14. Februar, Fest der hll. Cyrill und Methodius, Schutzpatrone Europas
Wir beten für Europa.

Wir beten für unsere Kranken und für die, welche sie pflegen und besuchen.

Wir opfern Gott unsere Toten.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

Die Predigt zum Download finden Sie hier!

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

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