Mariä Verkündigung
Mariä Verkündigung Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes Beten ist leicht. Das Vaterunser konzentriert zu sprechen, ist leicht; das, was man da spricht, für „schon irgendwie richtig“ zu halten, ist leicht. Sich aber öffnen, um sich auf Gott einzulassen, bereit sein, Ihm wirklich zu begegnen, das bringt den Menschen an die Grenze. Beten ist so schwer. Wer wirklich betet, erlebt Zerstreuung und Langweile, oft eher Dunkelheit als Licht, eher Dürre als Fruchtbarkeit. Und doch hängt alles davon ab, dass Sie genau das tun. Wenn Sie die echte Begegnung mit Gott verweigern (und das kann man ein Leben lang und dabei 400 Rosenkränze beten), wenn Sie die echte Begegnung mit Gott verweigern, sind Sie verloren. Gerettet können Sie dann nur noch werden durch andere. Ohne die, die für Sie beten, die für Sie leiden, ohne die Heiligen sind Sie verloren. Und die Heiligen selbst sind verloren ohne Christus. Maria ist ohne Christus verloren. Das ist Lehre der Kirche, und ich würde lieber zwanzig Jahre lang in der ungeheizten Wohnung über dem Main hocken, als Ihnen in diesem Punkt nachzugeben! Wer wirklich betet, riskiert es, Gott wirklich zu begegnen. Wer wirklich lebt, steht im Risiko, von Gott „auserwählt“ zu werden, m. a. W. von Gott benutzt zu werden. Die Propheten des Alten Testamentes, der Junge Samuel, ein anderer Junge namens David, der Priester Zacharias, die Jungfrau Maria: lauter Menschen, die nicht gefragt wurden. – Warum übrigens geben sich die Erklärer*innen der Bibel solche Mühe, immer darauf hinzuweisen, dass im Text wörtlich nicht „Jungfrau“ steht, sondern „junge Frau“? Soll damit suggeriert werden, Maria habe vor der Ehe Sex gehabt? Was wäre damit gewonnen? Ist Jungfrau-Sein etwas Schlechtes? Aber das nur nebenher. Von den alten Propheten bis zum Mädchen Maria: Menschen, über die Gott hereinbricht wie eine Gewalt; als ein Wille, so stark, dass ihnen kaum noch ein eigenes Leben bleibt. Das gibt es. – Warum die Taufe, die Sie für einen Brauch und für irgendeinen Zufall halten, warum die Taufe nicht einmal so sehen: „Ich bin getauft, weil Gott mich auserwählt hat für eine Aufgabe in der Welt.“ Die Menschen, die Gott sich greift, erschrecken; sie haben Einwände, Maria nicht anders als die Propheten vor ihr. Es ist immer das gleiche Muster: Da ist die Not der Menschen. Gott sieht sie und gibt einem bestimmten Menschen einen Auftrag. Der Mensch macht einen Einwand, Gott hört ihn, sichert Hilfe zu und ein Zeichen. Dann sagt der Mensch Ja zu Gottes Willen. Halten Sie es für möglich, dass es Ihnen gerade so ergehen könnte? Zwingt Gott Menschen? Nein, sagt die Lehre die Kirche! Denn die Freiheit des Menschen bleibt immer erhalten. Sonst müsste Gott ja sein eigenes Werk korrigieren, denn er hat uns frei erschaffen und wird dies nie revidieren. Der Glaube ist eine Gnade, eine Gabe, aber die wird nicht in eine verschlossene Hand gezwungen. Noch einmal: Zwingt Gott? So kann es scheinen, so kann es sich anfühlen. Diesen Zwiespalt zwischen Lehre und Empfindung kann keiner auflösen. Der muss ausgehalten werden. Es kann sich anfühlen, als zwinge Gott und dennoch ist da Freiheit. Kommen Sie je auf die Idee, Sie müssten Gott aushalten? Den leidenden Gott? Den lachenden Gott? Den abwesenden Gott? Haben Sie den Wunsch, die Vorsehung Gottes annehmen zu können, worin sie auch besteht? Sogar wenn Gott Sie in die Nichtigkeit und Kleinlichkeit führt? Das genau ist der Weg Marias. Sie setzt sich der Liebe Gottes aus, jener Liebe, die wir nicht verstehen, weil sie zu tief ist und dennoch fühlbar Liebe ist. Sie merken: Das geht in die tiefste Tiefe. Das geht aber auch in den ganz einfachen, langweiligen, mühseligen Alltag. Maria und alle Propheten und Gläubigen vor ihr, angefangen bei Abraham, tuen einfach ihre Pflicht vor Gott. Der Begriff „Pflicht“ spielt in der Bibel keine Rolle; das, was er meint, aber sehr wohl. Pflicht ist das, was zu tun ist. Aber noch nie habe ich eine Predigt gehört über die Pflichten des Christen. Haben Katholiken Pflichten? Jeder ist überzeugt, dass der Staat, der Partner, weiß ich wer Pflichten gegen ihn habe. Aber wer sagt ganz einfach und ruhig: Ich bin Christ und tue meine Pflicht als Christ? Gute Werke, Hilfe für die Armen, Beten, den Gottesdienst mitfeiern: alles Pflicht. Also einfach mal machen. Schlichte Pflichterfüllung, ohne Geschimpfe, ohne üble Laune, ohne Angeberei, das täte unserem Land gut. Maria sagte damals: „Ja. Ich bin eine Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort.“ Und dann begann ein Leben der Pflichterfüllung. FÜRBITTEN „Christus, das ewige Wort, nahm heute Fleisch an für uns Menschen.“ Jesus ist wahrer Gott und wahrer Mensch. „Siehe, ich komme, deinen Willen zu tun“, heißt es in der zweiten Lesung. Maria ist Prophetin und Königin. Maria ist Immerwährende Jungfrau. Maria ist Mutter. Wir beten für die Eltern, deren Tochter oder Sohn eine Berufung zum geistlichen Leben erkennt. Wir beten um eine gute Osterbeichte und eine fromme Karwoche. Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors. Die Predigt zum Download finden Sie hier!Die Predigt zum Anhören
Predigt in Rettersheim am 25. März 2026
Vater, wir danken dir, dass du die Welt zum Guten führen wirst. Wir vertrauen deinem Plan.
Heiliger Geist, zeige uns die Welt als den Ort, an dem Gott wohnt.
Wir beten um festen, treuen Glauben.
Wir beten um die tiefe Hingabe aller Christen in den Dörfern am Main an den Willen Gottes.
Vater im Himmel, wir empfehlen Dir alle Christinnen.
Wir beten für alle, die es schwer haben mit ihrer Sexualität.
Wir beten, dass keiner, kein Mann und keine Frau, den anderen nur als Lustobjekt behandelt.
Wir beten für alle Mütter. Und für die Väter.
