In Köln fand die 32. Internationale Konferenz der Hospitaliers statt
In diesen Tagen sind über 100 Vertreter der Großpriorate, Assoziationen und Rettungsdienste aus aller Welt in Köln zur 32. Internationalen Konferenz der Hospitaliter zusammengekommen. Im Mittelpunkt der diesjährigen Tagung stand das Thema „Resilienz” im Hinblick auf die Vorbereitung auf komplexe Krisen, internationale Koordination, wirksame Reaktion und die Aufrechterhaltung der Dienste. „Wir leben in einer Zeit, die von immer schnelleren Veränderungen und wachsender Instabilität geprägt ist. Die Anforderungen an unseren Orden nehmen in Bezug auf Umfang, Komplexität und Dringlichkeit weiter zu.“ Mit diesen Worten eröffnete Großmeister Fra’ John Dunlap am Samstagmorgen die Konferenz. „Möge diese Konferenz unsere Einheit stärken, unsere strategische Vision schärfen und unser Engagement für die Verteidigung des Glaubens und den Dienst an den Armen weiterentwickeln“, wünschte er den Teilnehmern. Mit Blick auf die globalen Krisen – von bewaffneten Konflikten bis hin zu Klimakatastrophen – betonte der Großmeister, dass Resilienz nicht nur als operative Fähigkeit, sondern als Ausdruck der spirituellen und humanitären Berufung des Ordens verstanden werden müsse, die auf Glauben, Dienst und Einheit gründe. In seiner Ansprache legte Großhospitalier Dr. Josef Blotz den Schwerpunkt auf die Identität des Ordens und erinnerte daran, dass jedes Mitglied im tiefsten Sinne ein „Hospitalier“ ist, berufen, aufzunehmen und zu dienen. Er betonte, dass die humanitäre Mission des Ordens ein konkretes Beispiel für das gelebte Evangelium ist, das seine Kraft aus der Spiritualität und dem religiösen Wesen des Ordens schöpft. Er führte daher das Thema Resilienz als Schlüsselelement ein, um sich dem globalen Kontext zu stellen, der durch zunehmende Instabilität, miteinander verflochtene Krisen und Ressourcenknappheit gekennzeichnet ist. Dabei legte er einen besonderen Fokus auf die Regionen, in denen der Orden tätig ist: den Nahen Osten und die Ukraine. Der eigentliche Höhepunkt des Tages war die Grundsatzrede von Bruno Kahl, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland beim Heiligen Stuhl und beim Malteserorden, mit dem Titel „A fast and furious world: what is behind the next turn of the road?”. In seiner Rede bot er eine umfassende und differenzierte geopolitische Analyse. Der Botschafter betonte, dass die Rückkehr von Machtdynamiken, hybride Bedrohungen und die zunehmende globale Instabilität ein neues Bewusstsein sowie eine Stärkung der Resilienz erfordern – auch im humanitären Bereich. Er wies zudem darauf hin, wie wichtig es ist, die operativen Strukturen anzupassen, die Effizienz zu verbessern und eine größere Flexibilität beim Einsatz von Ressourcen zu fördern – vor dem Hintergrund sinkender internationaler Finanzmittel. Der Rezeptor des Gemeinsamen Schatzamtes sprach das Thema der Finanzierung an und stellte Transparenz und gute Governance als Schlüsselinstrumente dar, um die Ressourcen des Malteserordens verantwortungsvoll zu verwalten und die humanitären Aktivitäten bestmöglich zu unterstützen. Er wies mehrfach auf die Notwendigkeit gemeinsamer, synergetischer Aktivitäten sowie der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen humanitären Einrichtungen des Ordens hin. Dies kam auch in der Videobotschaft des Großkanzlers Riccardo Paternò di Montecupo an die Teilnehmer zum Ausdruck. Im Zusammenhang mit dem „Order of Malta Donors for Projects“ (OMDP), einem Instrument zur Finanzierung und Unterstützung von Projekten der Botschaften und Vereinigungen, sagte der Großkanzler: „Strukturierte und kontinuierliche Aktivitäten, die in den lokalen Kontexten verwurzelt sind, sind der Schlüssel zu einer echten und nachhaltigen Wirkung. Sie beziehen Mitglieder und Freiwillige ein und stärken die globale Präsenz des Malteserordens.“ Ausgehend von einer realistischen Krisensimulation setzten sich die in Gruppen aufgeteilten Teilnehmer mit den Themen Kompetenz, Koordination, Kommunikation und Resilienz auseinander, um zunehmend komplexere Szenarien zu bewältigen. Diese Themen bildeten auch den Schwerpunkt der Konferenz der Hilfsorganisationen des Malteserordens (OMRO) in Mittel- und Osteuropa sowie der Generalversammlung von Malteser International, die im Rahmen der Hospitalier-Konferenz stattfanden. In einem komplexer werdenden globalen Kontext wurde deutlich, dass eine Stärkung der internationalen Zusammenarbeit, eine verbesserte strategische Planung sowie die Integration der operativen und spirituellen Dimensionen notwendig sind. Letzterem Thema war die gesamte Sitzung am Sonntag gewidmet, bei der Monsignore Luis Manuel Cuña Ramos, Prälat des Malteserordens, und Fra’ Georg von Lengerke, Konventualkaplan, Beiträge leisteten. Dies ist ein Weg, der in den kommenden Monaten fortgesetzt wird – mit dem Termin zur nächsten Konferenz der Hospitaliers im März 2027 in Dublin.
Resilienz in komplexen Krisenszenarien im Mittelpunkt des Treffens








