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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

Malteserorden

Pfarrkirche Maria Pulst

Die Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt in Pulst war ursprünglich eine Eigenkirche von Herzog Ulrich III. von Kärnten, der das Patronatsrecht über die Kirche 1263 den Johannitern schenkte. Die Bestätigung der Schenkung durch König Rudolf I. im Einvernehmen mit dem Bischof von Gurk machte Pulst zur inkorporierten Ordenspfarre, die es bis heute blieb.

Im nördlich der Kirche gelegenen Pfarrhof, einem großen zweigeschossigen Bau mit mittelalterlichem Kern, residierte bis 1822 der Komtur der Ordenskommende Pulst. Die Pfarrkirche ist im wesentlichen ein spätgotischer Bau aus dem 15. und frühem 16. Jahrhundert unter Einschluß älterer Bausubstanz. Die umgebende Kirchhofmauer ist zwar nicht mehr in ihrer vollen Höhe erhalten, läßt aber noch Schießscharten erkennen und gehörte daher ehemals zu einer Wehranlage. Der in der Kirchhofmauer eingebundene Westturm trägt Tartschen mit den Datierungen 1534 und 1535 und weist im Erdgeschoß eine Vorhalle auf.

Das Westportal ist mit einer eisenbeschlagenen Tür verschlossen. An das dreijochige Langhaus mit einem nordseitigen Kielwogenportal und einer südseitig vortretenden spätgotischen Kapelle ist ein leicht eingezogener zweijochiger Chor mit 5/8-Schluß angefügt. Das Netzrippengewölbe des Langhauses wurde laut Inschrift 1506 von Meister Hanns Kherer geschaffen und ruht auf eingezogenen Strebepfeilern. Die Westempore zeigt gedrehte spätgotische Säulen, im Chor tritt ein Sternrippengewölbe mit Wappenschilden auf. In der Kirche blieben auch Wandmalereien erhalten, darunter eine Anbetung der Könige (15. Jahrhundert) und Szenen aus den Türkenkriegen (datiert 1579). Der südlich der Kirche gelegene Karner ist ein annähernd quadratischer Bau mit erkerartiger Apsis. Er wurde mehrfach verändert, dürfte ursprünglich aber aus der Romanik stammen.

Beim Neubauerhof in Pulst blieb ein spätgotisches Steinfragment aus dem späten 15. Jahrhundert erhalten, das ursprünglich wahrscheinlich als Deckplatte des Tabernakels zu einem Sakramentshäuschen gehörte. Das Fragment zeigt u.a. ein reliefiertes Wappen mit einem Malteserkreuz, das mit einem Wappen im Chorgewölbe der Kirche übereinstimmt. Es könnte sich also um das ehemalige Sakramentshäuschen der Pfarrkirche handeln.

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

Johannesgasse 2 - 1010 Wien - Österreich | T: +43 1 512 72 44 | M: smom@malteser.at

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