Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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15. März – Heiliger Klemens Maria Hofbauer

15/03/2020 


Fotocredit: Provinz Wien-München der Redemptoristen

Der Heilige Klemens Maria Hofbauer ist der Stadtpatron von Wien und wir begehen dieses Jahr seinen 200. Todestag. Er wirkte besonders in der Wohlfahrt von Kindern und Jugendlichen, seine gewaltigen Predigten die die Massen in Wien anzogen gaben ihm den Beinahmen „Apostel von Wien“. Hofbauer wurde am 26. Dezember 1751 in Taßwitz in Mähren als Johannes Dvorak geboren. Sein Vater, der später seinen Namen auf Hofbauer änderte, starb, als Klemens sechs Jahre alt war. Schon als Kind hatte Klemens den Wunsch, Priester zu werden, aber da die finanzielle Situation der Mutter ein Studium nicht erlaubte, erlernte er 1767 in Znaim das Bäckerhandwerk.

Als Bäckergeselle kam er ins Prämonstratenser Stift Klosterbruck in Znaim, dessen Abt ihn in der Klosterschule unterrichten ließ. Um sich über seinen weiteren Lebensweg über im Klaren zu werden, pilgerte Hofbauer in dieser Zeit mehrmals nach Rom.

1776 wollte er Einsiedler werden und lebte zwei Jahre in einer von ihm selbst gezimmerten Holzhütte beim Wallfahrtsort Mühlfrauen in der Nähe von Znaim, doch danach übersiedelte er nach Wien, arbeitete hier als Bäcker und absolvierte neben der Arbeit 1779 theoligische Weiterbildungsseminare.

Von Wien aus pilgerte er abermals nach Rom, wo er bei seinem zweiten Besuch von Kardinal Chiaramonti die Erlaubnis erhielt, in einem Wald bei Tivoli als Einsiedler zu leben. Nach einem halben Jahr kehrte Hofbauer aber wieder nach Wien zurück und konnte, von Wohltätern finanziell unterstützt, seine Studien fortsetzen, die er 1784 beendete.

Zum Dank pilgerte er mit seinem Studentenkollegen Taddäus Hübl abermals nach Rom und beide traten dort in den Orden der Redemptoristen ein, wobei Hofbauer den Ordensnamen Maria annahm.

Sie wurden am 29. März 1785in Alatri in Süditalien zu Priestern geweiht und dann von ihrem Orden nach Warschau entsandt, wo ihnen die Kirche des Hl. Benno als Sitz zugewiesen wurde, weshalb sie in der Stadt auch als Bennoniten bekannt wurden.

Hofbauer gründete hier mit seinen Ordensbrüdern eine Schule für arme Kinder, eine Handarbeitsschule für Mädchen und ein Waisenhaus, dazu für begabte Kinder eine Lateinschule. Er sammelte verwahrloste Kinder von der Straße auf, versorgte sie und kleidete sie neu ein. Außer der Schule und dem Waisenhaus baute Hofbauer in Warschau auch eine Industrieschule mit einem Heim für Mädchen aus prekären sozialen Verhältnissen, das von den St. Josefs Schwestern betreut wurde. Ab 1788 war Hofbauer Stellvertreter des Generals der Redemptoristen, 1792 wurde er zum Generalvikar für die Gebiete jenseits der Alpen ernannt.

Von Warschau aus bracher zu mehreren Reisen auf, mit dem Ziel, in der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Italien neue Redemptoristenklöster zu gründen. Nicht zuletzt aufgrund der schwierigen politischen und gesellschaftlichen Situation in vielen Staaten Europas zu jener Zeit, denken wir an die Französische Revolution und die Napoleonische Kriege, waren seine Bemühungen jedoch nicht von Erfolg gekrönt.

Als 1808 die Redemptoristen auf Befehl Napoleons aus Warschau vertrieben wurden, ging Hofbauer nach Wien und lebte hier bis zu seinem Tod. Als Kaplan und Rektor bei den Ursulinen untergekommen, beschäftigte er sich mit der religiösen Erneuerung in Wien. In Wien wurde er durch seine Predigten so bekannt, dass ihm der Beiname Apostel von Wien gegeben wurde. Er wurde von der Polizei bespitzelt, weil seine Predigten in ihrer bäuerlich-derben Art die Massen anzogen und er sich damit in einen Gegensatz zur Staatsdoktrin des Josephinismus setzte. Hofbauer war ein Verfechter der Individualseelsorge und führte seelsorgerische Hausbesuche in Wien ein. Im „Hofbauer-Kreis“ traf er sich mit den Künstlern der Deutschen Romantik wie Clemens von Brentano, Josef von Eichendorff und Friedrich von Schlegel.

Der Wiener Erzbischof Sigismund Anton Graf von Hohenwart ernannte ihn 1809 provisorisch zum Rektor der Minoritenkirche. 1813 wurde er Beichtvater der Ursulinen und Rektor ihrer Klosterkirche. Hofbauer richtete außerdem in Wien in einem von den Redemptoristen angekauftem Haus eine Erziehungsanstalt ein. Nach einigen Jahren wurde gegen ihn eine Untersuchung eingeleitet. Die Behörden warfen ihm vor, einer in Österreich nicht anerkannten Kongregation anzugehören und deren Generalvikar zu sein. Man stellte ihm zur Wahl, aus der Kongregation auszutreten oder Wien zu verlassen. Der Wiener Erzbischof von Hohenwart verwendete sich für ihn bei Kaiser Franz I., der ihm gestattete, in Wien zu bleiben. Hofbauer starb am 15. März 1820, sein im Oktober 1819 eingereichtes Gesuch um die Genehmigung für die Grünung von Kollegien der Redemptoristen in Österreich wurde am 22. April 1820 bewilligt.

Papst Leo XIII. sprach Klemens Maria Hofbauer am 29. Jänner 1888 selig, am 20. Mai 1909 wurde er von Papst Pius X. heiliggesprochen. Seit 1914 ist er Landespatron von Wien. In einigen Wiener Pfarren gibt es den Brauch, am Feiertag des Heiligen – in Gedenken an dessen erlernten Beruf – nach dem Gottesdienst „Klemens-Weckerl“ an die Gläubigen auszuteilen.

Fotocredit: Provinz Wien-München der Redemptoristen
Fotocredit: Provinz Wien-München der Redemptoristen
Fotocredit: Provinz Wien-München der Redemptoristen

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