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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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DAS GEBET – Ein Versuch des Dialogs mit Gott und ein Ausdruck der Verehrung

16/11/2019 


Das Gebet ein Ausdruck der Gottesverehrung Adventthema Beten

Das Gebet ist ein Grundelement aller Religionen, da es innerer und äußerer Ausdruck der Verehrung ist. Wir Christen leben im Verständnis, dass das Gebet nicht nur Ausdruck der Verehrung Gottes ist, sondern auch ein ganz intimer Moment, in dem wir den Versuch eines Dialoges mit Gott wagen können. Als betender Mensch ist es jederzeit möglich, mich mit meinem Anliegen an Gott zu wenden. Der Glaube an den persönlichen Gott, der gegenwärtig ist im Heiligen Sakrament, macht uns dieses Beten erst möglich und macht ihn uns zu einem ansprechbaren Gott.

Der Akt des Betens unterscheidet sich zwischen den persönlichen Gebeten und den vorformulierten Gebeten mit festen, gewachsenen Gebetstexten und Ritualen die uns seit Jahrhunderten und Jahrtausenden im Glaubensleben begleiten. Das bekannteste unter diesen ist das Vater Unser, das auf Jesus Christus selbst zurückgeht. Gebete werden meistens in der Familie, der Kirche, oder in Gemeinschaften wie der unseren lebendig gehalten und weitergeben, in der wir auch regelmäßig unser Ordensgebet beten und diesen Worten im Leben Gestalt geben versuchen.

So begleiten uns auch durch das Kirchenjahr verschiedene Gebete, die in der Liturgie ihren festen Platz haben, wie das Rosenkranzgebet im Mai und Oktober, das Glaubensbekenntnis und das erste Hochgebet, der „Canon Missae“ den wir seit über tausend Jahren in jeder Heiligen Messe beten.

Die christlichen Gebete haben ihren Ursprung und ihre Wurzel in der Gebetstradition des Alten Testaments, besonders die Psalmen haben die jüdische- und christliche Liturgie nachhaltig geprägt. Im Stundengebet der Kirche beten wir jeden Tag aus den Psalmen.

Etymologisch leitet sich das Wort Gebet von bitten ab. Das ist ein Hinweis darauf in welchem Verhältnis der Mensch zu Gott steht und in welchem Rahmen sich dieser Dialog mit dem „JHWH – Jahwe“, dem „ich bin da“ und dem Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen, bewegt. In den Psalmen erleben wir ein Gespräch mit einem Gott, der sich als liebender und menschenbejahender Gott erfahren lässt. In der Anbetung nimmt der Mensch somit automatisch auch die Rolle des Hörenden an. Als Hörender öffnet sich unser Herz und Verstand für Gottes Wort und wir können gleichsam mit dem Wort des Psalmisten erkennen: „Du hast mir Raum geschaffen, als mir Angst war. Sei mir gnädig und höre auf mein Flehen. Dieses persönliche Gebet verleiht uns den Charakter aus der empfangenden, klagenden und abwartenden Rolle in eine Aktive überzutreten, in der es gilt:

Gebete dürfen nicht nur Worte bleiben sie müssen im Leben Gestalt gewinnen.

Auch das Gebet von Jesus Christus wurzelt in diesem Handeln und zeichnet sich besonders durch ein unerschütterliches Vertrauen in seinen Vater aus, das er selbst in der Todesstunde am Kreuz nicht verliert und durch niemanden zerstört werden konnte. Wenngleich auch hier der menschliche Jesus Christus zum Ausdruck kommt, wenn er seinen Vater zutiefst menschlich anruft mit der Frage: „Mein Gott, Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ und dabei den menschlichen Lebenswillen herausruft. Wahrer Mensch und Wahrer Gott, wie die Schrift sagt.

So beginnt Jesus Christus auch im Gebet der Gebete mit dem Wort Abba – Vater. Fortan war das Vater Unser im Mittelpunkt der urchristlichen Gebetstradition und wir finden in der Schrift zahlreiche Stellen wie die Bergpredigt im Matthäusevangelium oder die Unterweisung der Gemeinde bei Lukas.

Ein zweites Fundament des urchristlichen Gebets ist die Bedeutung des Heiligen Geistes, der auch ein Hinweiser für das rechte Beten sein soll, wie es im Johannesevangelium oder in den Briefen des Apostels Paulus steht. Die ersten Kirchenväter haben das Vater Unser in der frühen Geschichte unserer Kirche als den Inbegriff des christlichen Betens verstanden und auch schriftlich festgelegt.

Beten in unserer Kirche heißt Beten in der Gemeinschaft mit Jesus Christus, durch Jesus Christus und nicht durch die anwesenden Menschen betend mitzuschwingen, sondern jeder einzelne in Christus auf der ganzen Welt vereint. Es ist ein reicher Schatz der durch die Jahrhunderte hindurch von den verschiedenen Klöstern, Orden und Kulturen an Gebetstraditionen hervorgebracht wurde und bis heute lebendig ist. Ein Schema ist aber signifikant erkennbar, das von Lesung – Besinnung – Gebet und Betrachtung. Es führt uns zu einem vor Gott zur Ruhe kommen und lässt uns vorbereiten auf den Höhepunkt unseres Glaubens, die Heilige Messe die jeden der sie feiert wieder universal vereint.

Die Liturgie des katholischen Gottesdienstes – der Heiligen Messe, ist im Lauf der Geschichte des Christentums universal geworden, sie gilt in allen katholischen Kirchen weltweit und bringt somit auch ein Stück Weltkirche direkt in unsere Pfarrkirche nach Hause. In ihr finden wir auch die vielfältigsten Formen von Gebeten. Innerhalb der Messe vollziehen sich Gebete als Begleit- oder Deutewortes des Priesters. In der Wandlung erleben wir den Höhepunkt der Heiligen Messe, Jesus Christus verwandelt durch seinen Heiligen Geist das Brot und den Wein in seinen Leib und sein Blut. Der Priester ist dazu geweiht, in persona Christi zu handeln und die heiligen Wandlungsworte als Gebet über Brot und Wein zu sprechen, wie es Jesus beim letzten Abendmahl getan hat. Diese besondere Präsenz Christi im Priester inmitten der Gemeinde ist aber nicht als eine Art „Stellvertretung“ zu verstehen, denn Christus der Gekreuzigte und Auferstandene ist der einzige Hohepriester des neuen Bundes, selbst durch die seinen handelt er in seiner Kirche.

Die Gemeinde betet zum einen feststehende Gebetstexte wie das Glaubensbekenntnis und auch individuelle wie die Fürbitten oder das eigene stille Gebet.

Die Vielfalt der Gebete ist groß, vor allem jenseits der Heiligen Messe. Die Sakramente von Taufe, Kommunion, Firmung, Ehe, Weihe und Krankensalbung wird von Segens- und Weihegebeten begleitet, das Sakrament der Buße von denen der Lossprechung.

Liebgewonnen und weit verbreitet sind die Gebete an Maria und an Heilige, die wir um Fürsprache bei Gott anrufen, dies ist aber bitte nicht zu verwechseln mit der Anbetung die nur Gott gebührt. Im Alltag haben wir die Morgen- und Abendgebete, das Stundengebet der Kirche und viele individuelle Gebete für Kinder und Familien um den Tag mit Gott zu beginnen und zu beschließen. Tischgebete lassen uns immer wieder dankbar werden für die Gaben die wir haben. Das Gebet in all seinen Formen stärkt also nicht nur die Beziehung des Menschen zu Gott, es stärt auch die Beziehung untereinander und lässt unser Bewusstsein schärfen für das, was zu tun ist und was Gott von uns erwarten könnte. Gebete dürfen niemals Worte bleiben, sie müssen im Leben Gestalt gewinnen.

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

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