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Der Adventkalender!

27/11/2018 


Die eigentliche Bedeutung des Advents erklärt sich an seiner lateinischen Herkunft: adventus, die Ankunft. Diese Zeit soll die geistige und seelische Vorbereitung auf Christi Geburt sein. Der Advent umfasst die 4 Sonntage vor Weihnachten und endet am 24. Dezember nach dem Sonnenuntergang, dem Beginn des Heiligen Abends.

Der Adventkalender entstand im Laufe des 19. Jahrhunderts im deutschsprachigem Raum und hatte viele Vorläufer, die mehr oder weniger zeitgleich an verschiedenen Orten entstanden. Wurde zu jener Zeit in der katholischen Kirche der Advent durch tägliche Adventsandachten in der katholischen Kirche vertieft, so fand in evangelischen Familien die Zusammenkunft und Kontemplation innerhalb der Familie statt. Es wurden Bibelstellen vorgelesen, Verse aufgesagt, gemeinsam gebetet und in Andacht Lieder gesungen.

Da Zeit eine abstrakte Größe ist und vor allem für Kinder sehr schwer fassbar, fingen Eltern grob um 1840 an, sich verschiedene Möglichkeiten auszudenken, um Ihren Kindern die noch verbleibende Zeit greifbar zu machen und um das Besondere und Festliche der Adventszeit herauszuheben.

So hängten Familien nach und nach 24 Bilder mit weihnachtlichen Motiven an die Wand oder ans Fenster. Bei einer anderen Variante malten die Eltern 24 Kreidestriche – die Sonntage mit längeren oder farbigen Strichen – an Schranktüren oder auch Türstöcken. Die Kinder durften dann jeden Tag einen Strich wegwischen. Kleine Tannenbäumchen dienten als “Adventsbäumchen”. Jeden Tag wurden, mit Bibelversen versehene, kleine Fähnchen oder auch Sterne an das Bäumchen gehängt. In einigen Familien wurde zusätzlich täglich eine neue Kerze hinzugefügt und angezündet. Das Zunehmen des Lichts als Sinnbild für die bevorstehende Ankunft des Lichts der Welt, Jesus Christus.

In einigen katholischen Gegenden durften die Kinder für gute Taten (!) täglich einen Strohhalm oder eine Feder in die Krippe legen, damit das Jesuskind schön weich liegen möge. Noch heute wird in einigen Klosterschulen dieser Brauch angewendet.

In Österreich schufen findige Eltern mit der “Himmelsleiter” eine spezielle Form des Adventskalenders. Das täglich sich Sprosse für Sprosse abwärts bewegende Christuskind, verdeutlicht den Gedanken, das Gott zu Weihnachten auf die Erde kommt.

In Skandinavien entstand in dieser Zeit der Brauch, eine Kerze in 24 Abschnitte zu unterteilen und jeden Tag ein Stück weiter abbrennen zu lassen.

Thomas Mann schildert in den “Buddenbrooks” einen selbstgebastelten Abreißkalender, den die Kinderfrau Ida ihrem Schützling Hanno gezeichnet hatte “Der kleine Johann verfolgte mit Hilfe des Abreißkalenders, den Ida ihm angefertigt, und auf dessen letzten Blatte ein Tannenbaum gezeichnet war, pochenden Herzens das Nahen der unvergleichlichen Zeit”.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts bastelten kreative Eltern sogenannte Weihnachtsuhren, auf denen in eine runde Scheibe mit 12 bzw. 24 Unterteilungen der Zeiger jeden Tag einen Schritt weiter gestellt werden durfte. Die Unterteilungen wurden mit Liedtexten oder auch Bibelversen versehen.

Die erste gedruckte “Weihnachtsuhr” für Kinder wurde 1902 in Hamburg hergestellt. Im Jahr 1904 erschien als Beilage einer Stuttgarter Zeitung der Weihnachtskalender “Im Lande des Christkinds“. Dieser Kalender hatte noch keine Türchen zum Öffnen, sondern bestand aus zwei bedruckten Teilen. Einem Bogen mit 24 Bildern zum Ausschneiden sowie einem Karton auf dem auf 24 Feldern, Verse abgedruckt waren. Die Idee dazu hatte der deutsche Verleger Gerhard Lang, der als Erfinder des modernen Adventskalenders gilt.

Die Kinder durften jeden Tag ein Bild ausschneiden, einen Vers lesen und das Bild darauf kleben. Am 24. Dezember wurde das weiß gekleidete Christkind aufgeklebt.

Gerhard Lang arbeitete mit viel Leidenschaft und Herzblut an der Entwicklung immer neuer Varianten, z.B. das Christkindleinshaus zum Füllen mit Schokolade, Adventskalender mit Füllungen zum Herausbrechen und solche mit Türen zum Öffnen; Adventsbäume mit aufsteckbaren Engeln sowie das Adventshäuschen. Das Adventshäuschen bestand aus vier farbig bedruckten Pappscheiben die zu einem Häuschen aufgebaut wurden. Die Pappscheiben hatten Fenster und Türen und waren mit farbigem transparentem Papier hinterlegt. Beginnend mit dem 1. Dezember wurde jeweils ein Fensterchen und am 24. dann die Haustür zugefügt. Stellte man ein Kerze in die Mitte, bot es einen feierlichen und festlichen Anblick. In den 1930er-Jahren war der Adventskalender im deutschsprachigen Raum bereits weit verbreitet.

Der älteste Adventskalenderverlag der Welt.

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