Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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Fastenbrauch – Passionskrippen

26/02/2018 


Eine Weihnachtskrippe kennt jeder, sie erzählt von der Geburt Jesu, mit dem Kind im Stall, den Engeln und Heiligen. Die Szenen zeigen Armut und Gefahr, die Fröhlichkeit überwiegt aber. Eine Passionskrippe hat dagegen das tragische Ende der Lebensgeschichte Jesu zum Thema, die erst mit der Auferstehung eine freudige Wendung erfährt.

Die Tradition der Passionskrippe reicht weit zurück. Im 18. und 19. Jahrhundert war die Passionskrippe weit verbreitet, bevor sie in Mitteleuropa fast völlig in Vergessenheit geriet. Erst allmählich widmen sich Holzbildhauer wieder diesem schwierigen Thema und erschaffen Passionskrippen, die vorwiegend in Kirchen das Leiden Jesu näherbringen.

Die Darstellung der verschiedenen Stationen der Passionsgeschichte erfordert neben künstlerischen Geschick die Bereitschaft, sich intensiv mit den traurigen und grausamen Szenen auseinanderzusetzen. In einigen Gemeinden entstehen selbstgemachte Osterkrippen unter Mitwirkung zahlreicher Gemeindemitglieder in langfristig angelegten Projekten. Vor allem in Südeuropa ist die Fastenkrippe weit verbreitet.

Die Osterkrippe kann – wie auch die Weihnachtskrippe – dazu genutzt werden, Kindern die biblischen Hintergründe des Fests auf eine leicht verständliche Art zu veranschaulichen.

Auch mancher Erwachsene, der in Anbetracht von Hasen, Eiern und anderen Ostersymbolen ohne christlichen Hintergrund den Faden verliert, nutzt die Fastenkrippe, um sich die Geschehnisse rund um den Tod und die Auferstehung Jesu in Erinnerung zu rufen. Viele Gläubige kommen beim Betrachten der Osterkrippe ins Gespräch und es gelingt ihnen, vor diesem Hintergrund, auch schwierige Themen wie den Tod, das Gefühl der Verlassenheit und Ängste offen anzusprechen. Themen die in unserer Zeit meist keinen Platz für Auseinandersetzung finden.

Osterkrippen sind wegen der Dichte der biblischen Geschichten oft groß gestaltet. Osterkrippen beginnen in der Regel mit dem Einzug nach Jerusalem am Palmsonntag. Es folgt der Gründonnerstag, an dem Jesus im Garten Gethsemane betet und Judas mit den römischen Soldaten auftaucht, um Jesus zu verraten. Die Kreuzigung am Karfreitag nimmt in der Osterkrippe einen großen Raum ein. Meist ist auch das verschlossene Grab am Karsamstag zu sehen, bevor am Ostersonntag die Frauen vor dem geöffneten Grab Zeuginnen des Wunders der Auferstehung werden.

Auch das Gespräch des auferstandenen Jesus mit den Emmaus Jüngern fehlt oft nicht. In einigen Osterkrippen wird auch gezeigt, wie Jesus in den Himmel aufsteigt.

Weitere Szenen können beispielsweise das letzte Abendmahl, die Geißelung Jesu, die Gefangennahme am Ölberg und die Verurteilung Jesu sein. Künstler, die sich an die Herstellung einer Passionskrippe wagen, halten sich meist streng an die biblische Vorlage und schmücken ihre Figuren mit viel Fantasie aus, um die Geschehnisse möglichst realitätsnah darzustellen.

Neben Jesus auf den verschiedenen Stationen seines Leidenswegs gehören bei vielen Osterkrippen die Jünger Jesu zu den wichtigsten Figuren, Judas und Johannes werden nahezu immer dargestellt. Nicht fehlen dürfen meist auch römische Soldaten, Maria Magdalena und die anderen Frauen am Grab, das Volk, Pontius Pilatus und das einfache Volk.

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