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Die Kommende Mailberg

Im Jahre 1146 übertrug ein niederösterreichischer Adeliger namens Chadolt einen Teil seines Besitzes dem damals noch jungen Johanniter-Orden, bevor er sich auf den Kreuzzug nach Jerusalem begab. Diese Besitzungen wurden durch den Orden in einer Kommende zusammenge-fasst und bilden noch heute den Grundstock dieser nun weltweit ältesten durchgehend in Ordensbesitz stehenden Kommende des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens.

Das Wort "Kommende" bezeichnet eine Verwaltungseinheit, in der wirtschaftliche- vor allem landwirtschaftliche-, wehrtechnische, spirituelle und hospitalitäre Agenden zusammengefaßt waren bzw. sind.

Stich von Mailberg:

Der klassische Aufbau einer solchen Kommende ergab sich aus seinen Aufgaben: Wehrgebäude, Wirtschaftshof, Kirche und Hospital. Je nach Größe der Kommende waren ein Ritter- und Priester-Konvent angeschlossen sowie Unterkünfte für die zahlreichen "Dienenden Brüder" und Angestellten.
Im Grenzgebiet Österreichs zu Böhmen gelegen, war Mailberg bis in das 17. Jahrhundert immer wieder Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen.

Doch auch die Bedeutung der Kommende Mailberg und deren Komture für die innerösterreichische Geschichte sind eindrucksvoll belegt.

Die Schlosskirche, die wie die meisten Ordenskirchen dem Hl. Johannes geweiht ist, dient heute als Pfarrkirche, das daneben liegende Spital allerdings ist den zahlreichen Umbauten und Zerstörungen zum Opfer gefallen.

Ansicht Schloss Mailberg:

Das Schloss, welches im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut und erweitert wurde, präsentiert sich heute im Baustil der Renaissance und des Barock, doch sind auch ältere Bauperioden erkennbar.

Der großzügig gestaltete Meierhof stammt in seiner jetzigen Ausformung aus dem letzten Jahrhundert. Der Zahn der Zeit macht jedoch heute umfangreiche Sanierungsmaßnahmen der Gebäude erforderlich, die äußerst kostspielig sind. 

Der land- und forstwirtschaftliche Betrieb der Kommende Mailberg umfaßt derzeit 440 ha Wald, 250 ha Landwirtschaft und 43 ha Weinriede.
Während der Forstbetrieb und Landwirtschaft nunmehr wieder in Eigenregie bewirtschaftet werden, wird der gesamte Weinbau schon geraume Zeit durch die renommierte Weinkellerei Lenz Moser AG bewirtschaftet, die aus den klimatisch begünstigten Rieden des Ordens in Mailberg ihre Qualitätsmarke "Souveräner Malteser-Ritter-Orden" gewinnt und mit großem Erfolg weltweit vertreibt.

Nach einem Umstrukturierungsprozess mit dem Ziel die Ertragskraft, die Führung, aber auch die Positionierung der Kommende Mailberg für die Zukunft zu stärken, ist es nun ein Anliegen des Ordens, Teilbereiche des Schlosses in Mailberg auch einer touristischen Nutzung zu zuführen.

So gelang es die ursprüngliche Zimmervermietung zu einem Schlosshotel, auszubauen sowie den Rittersaal und das Kaminzimmer für Seminare und Veranstaltungen  im Schloss zu adaptieren. Im Schlosskeller konnten ein Gastronomiebetrieb  und mit der regionalen Winzergenossenschaft Mailberg Valley eine Vinothek  eingerichtet werden.

Die Wiedererrichtung eines Museums, in dem die Geschichte des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens aufgearbeitet, sowie die Etablierung eines Archivs, in dem die Archivalien des Großpriorates von Österreich aufbewahrt und erschlossen werden sollen, sind weitere Projekte dieses schon eingeschlagenen Weges, wenngleich die Finanzierung die Eigenmittel der Kommende bei weitem übersteigen, sodass hier nur schrittweise an eine Realisierung gedacht werden kann.

Aber auch die Wiedererrichtung der Kommende als spirituelles Zentrum des Ordens ist ein erklärtes und in Anbetracht der Geschichte und der Aufgaben des Ordens nur folgerichtiges Ziel des Großpriorates von Österreich für Mailberg: als ein Ort der Begegnung und des Gebets, der Einkehr und der Ruhe, besonders natürlich für die Mitglieder des Ordens und seiner Hilfswerke. So wurde 2007 die Schlosskirche, die zugleich Pfarrkirche des Ortes  ist, generalsaniert und 2010 mit der die Rettung des Pfarrhofes begonnen. Im Oktober 2011 konnte der um 1650 errichtete Pfarrhof wieder eröffnet werden. Das Erdgeschoss nutzt nun die Pfarre und im 1.Stock sind weitere Hotelzimmer für das Schlosshotel Mailberg eingerichtet worden.

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