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Predigten aus der Malteserkirche

  • 16/06/2016

    Pfingsten 2016

    Das waren jetzt Tage der Vorbereitung auf den Heiligen Geist. Auf Pfingsten. Auf Weihnachten kann man sich leichter vorbereiten und auf Ostern: Man stellt einen Baum auf oder richtet den Korb für die Speisenweihe. Aber wie bereitet man sich auf den Heiligen Geist vor? Zuerst einmal wissen – oder sich erinnern– , dass es ihn gibt. Dann muss man bereit sein, offen. Noch besser: Sehnsucht haben. Weil einem aufgegangen ist, dass man ihn braucht; dass es ohne den Heiligen Geist nicht geht.

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  • 16/06/2016

    Pfingstmontag 2016

    Das Unscheinbare. Das, was nicht zu sehen ist. Das, was man überhört. Der Heilige Geist. Der, der da ist.

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  • 16/06/2016

    Dienstag der 6. Osterwoche – Bitttag –

    Die drei Tage vor Christi Himmelfahrt werden nach altem Brauch als Bitttage gehalten. Und weil wer bittet, gut daran tut, sich nicht aufzuspielen, eine mögliche Schuld zuzugeben, ein Zeichen seines guten Willens zu setzen und sich auszusöhnen, sind diese drei Tage die einzigen in der Osterzeit in der violette Farbe der Buße.

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  • 07/06/2016

    Dienstag der 4. Osterwoche

    „Ihr aber glaubt nicht.“ Es sind eben nicht alle gleich. Es kann gut sein, dass nicht alle „in den Himmel kommen“. Es gibt Grenzen. Es gibt den Bruch, und man kann nicht die Butter haben und das Geld für die Butter. Ein Evangelium der Entscheidung. Oder besser: der Scheidung.

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  • 07/06/2016

    Fest des hl. Evangelisten Markus, 25. April 2016

    Ein Evangelium, das man gerne sortieren würde. Das Sperrige kommt weg, das Sinnige darf bleiben. Dass die Kirche in die ganze Welt gesandt ist und allen Menschen, allen Geschöpfen sogar das Evangelium verkünden soll, das ist noch einleuchtend. Aber die Verbindung von Unglaube und Verdammnis („wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden“)? Geht das noch? Die Aufnahme Jesu in den Himmel? Mythos? Und erst recht die seltsamen Zeichen, die Krafterweise der Gläubigen, die geschehen sollen und die offenkundig nicht geschehen, obwohl sie in der Bibel stehen? Täuscht die Bibel sich also doch? Ist sie doch nur ein Sammelsurium alter Legenden und praktischer Lebensweisheiten?

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  • 07/06/2016

    6. Sonntag der Osterzeit (C), 30. April / 1. Mai 2016

    „Einen Tempel sah ich nicht in ihr.“ Kein Tempel! Keine Kirche! Kein Stress! Die Lesung aus der Offenbarung des Johannes spricht eine verbreitete Hoffnung an. Ein bestimmtes Milieu in der Kirche beruft sich gern auf solche Texte. Die Hoffnung ist: kein Getue mehr um „heilige“ Dinge, keine ehrfurchtsvollen Mienen mehr; keine langweiligen, steifen Gottesdienste in besonderen Räumen und kein Sonntagsstaat. Stattdessen einfach ein guter Mensch sein und andere gute Menschen treffen. Also, wenn gerade Zeit ist und man Lust hat; nicht reglementiert, jeden Sonntag und so. Und „gut“ bedeutet natürlich „nett“. Kurz, von einer Kirche mit allerhand heiligem Larifari zu einer Kirche neben dem Heurigen, ganz menschlich und fröhlich.

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  • 23/05/2016

    Zweiter Sonntag der Osterzeit, 1. April 2016

    Menschen sind so: wenn – dann. Wenn ich eine Wallfahrt mache, musst Du, lieber Gott, mir ein Kind schenken. Oder meinen Arm gesund machen. Wenn ich diese Buße tue, lieber Gott, dann musst du im Gegenzug auf meine Lieben aufpassen, damit ihnen kein Unglück geschieht. Wenn ich mich in der Pfarre engagiere, jahrelang, dann habe ich das Recht auf Beachtung und Rücksicht und Dankbarkeit. „Wenn ich meine Hand nicht in seine Seite lege“, dann glaube ich nicht, sagt Thomas. Das ist Marktplatz. Gott eingefangen in der Bazarbude.

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  • 23/05/2016

    Heiliger Stanislaus von Krakau, 11. April 2016

    „Jetzt ist er da, der rettende Sieg!“ Dieses Wort setzt die Kirche über einen Mord. Einen Mord in der Heiligen Messe.
    Da sind sie wieder, die Zumutungen der Kirche. Man erwartet eine der schönen, stillen, frohen Messen der Osterzeit, man will hören vom Aufblühen der noch ganz jungen Kirche, – und Kalender und Kirche tun sich zusammen, gegen uns, wie es zuerst scheint: Am 11. April soll überall auf der Welt der hl. Stanislaus von Krakau, der große Patron Polens gefeiert werden.

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  • 04/05/2016

    Karfreitag 2016 – Königtum II –

    „I. N. R. I. – Jesus Nazarenus Rex Iudaeorum.“ Das steht auf einer Tafel oben am Kreuz. „Jesus von Nazareth, der König der Juden.“ Die jüdischen Autoritäten sind nicht einverstanden. Die Römer sollen schreiben „der gesagt hat, er sei der König der Juden“ (Joh; Mt). Der Statthalter lehnt das ab. „Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben. Punkt.“ Pilatus hat die Wahrheit geschrieben, ohne an die Wahrheit zu glauben. Diese missverständliche, umstrittene, kleine hölzerne Tafel oben an der Spitze des Kreuzes sagt – wider Willen – die Wahrheit: Jesus ist König. Ist die Wahrheit wirklich das, nur das, was wir sehen? Der Karfreitag stellt auch diese Frage.

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  • 04/05/2016

    Osternacht 2016 – Prophetentum –

    Sie haben einen Auftrag. Sie alle hier. Jeder. Und Sie alle haben ja gesagt zu diesem Auftrag. Öffentlich, freiwillig, gut informiert, immer wieder (Taufe: Eltern und Paten; Firmung; Hochzeit; Tauferneuerung der Osternacht). Sie haben einen Auftrag und Sie haben das Zeug dazu, ihn gut zu erfüllen. Zuerst, weil Sie in den Sakramenten den Heiligen Geist empfangen. Kraft. Deswegen ist es so wichtig, die Sakramente immer wieder zu empfangen und sie mit Glauben und großem Ernst zu empfangen. Weil Sie sonst verkümmern in Ihrer Seele. Weil Sie sonst Weinstöcke werden, die nicht mehr tragen.

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  • 04/05/2016

    Ostermontag 2016

    „Sie sprachen miteinander über das, was sich ereignet hatte.“ Ostern bedeutet zuerst einmal das: Menschen reden mit einander. Hier zwei Männer auf ihrem Weg hinaus ins Dorf. Oder die Frauen, die das Grab leer finden. Das Evangelium in der Osternacht erzählte von ihnen. Auch sie reden. Zuerst mit jenen seltsamen Männern „in leuchtenden Gewändern“. Engeln. Dann reden sie miteinander. Dann mit den Aposteln. Die halten alles für Geschwätz. Sie glauben den Frauen nicht. Also reden auch die Apostel untereinander. Petrus geht ans Grab, findet es leer und wundert sich. Sich wundern, das ist doch ein Selbstgespräch, nicht wahr? Am Ostertag gehen zwei Jünger zum Grab, – weil sie gehört hatten, was Maria von Magdala redete. Auch Maria redet also. Zuerst mit dem Mann, den sie für den Gärtner hält. Bis er zu ihr sagt: „Maria!“ Da erkennt sie ihn. Es ist Jesus! Jesus lebt! Sie erkennt ihn im Gespräch. Dann geht sie los, zu den Aposteln. Sie verkündet ihnen: Jesus lebt!

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  • 25/04/2016

    Palmsonntag 2016 – Das Königtum –

    Herren und Diener, Befehle und Gehorchen, Unterschiede, Macht, Autorität: ganz unbeliebte Themen. Jedenfalls in der Kirche. Am Arbeitsplatz lässt man sich so ziemlich jeden Druck gefallen. Die Leitung entscheidet: Einer allein macht jetzt die Arbeit, die früher zwei gemacht haben. Aber mehr verdienen wird er nicht. Und sie gehorchen. Aber wehe, wenn ein Bischof Gehorsam fordert… oder Gott selbst. Irgendetwas stimmt da nicht.

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  • 25/04/2016

    Dienstag der Karwoche, 22. März 2016

    Hier geht eine Beziehung zu Ende; eine Gemeinschaft zerbricht. Übrig bleiben: Einzelne. Übrig bleibt ein Verlassener. Judas hat ihn verraten. Der böse Judas. Petrus hat ihn verraten. Der gute Petrus. Verrat ist Verrat. Das Ergebnis ist immer gleich: Der, der verraten wurde, ist allein.

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  • 25/04/2016

    Gründonnerstag 2016 – Priestertum –

    Warum haben Menschen Sehnsucht? Warum sehen Menschen Schönheit? Wozu gibt es die Traurigkeit? Warum ist der Tod manchmal tröstlich? Weshalb rührt uns ein Kind, und warum trägt uns Musik so weit fort? Warum ist der Rausch erhebend, und warum schreiben Menschen Lieder?Weil die Seele offen ist. Weil da Gott ist: der Vater.

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  • 25/04/2016

    Dienstag der 5. Fastenwoche, 15. März 2016

    Es beschleicht mich ein Verdacht. Läuft die ganze Seelsorge dieser Jahre falsch? Habe ich selbst mitgeholfen, falsche Pisten zu legen? Denn sehen Sie, ich frage mich immer: „Was kann die Beziehung zu Jesus den Menschen bringen?“, und meine, wenn ich das erst einmal herausgefunden und gut vermittelt habe, dann wird der Glaube sich seinen Weg brechen. Ich gründe also alles auf die Frage: „Was bringt uns das?“
    Doch da ist noch eine andere Frage: „Wer bist du?“

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  • 05/04/2016

    4. Fastensonntag, 6. März 2016

    Geld und Sex: Toll! – Geld raushauen. Einfach so. Weil man es hat. Sex haben, so oft man Lust hat. Hammer! Wenn Sex und Geld nicht toll wären, würden sich nicht so viele Menschen ein Leben wünschen wie dieser junge Mann (ohne Schweinestall natürlich). Er bekommt eine Menge Geld, einfach so, ohne Arbeit, ohne Leistung und zieht „in ein fernes Land“. Dort lässt er es krachen. Aber richtig.

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  • 05/04/2016

    Hochfest des Hl. Joseph, 19. März 2016

    „Joseph!“ – So geht das: Gott spricht einen Menschen an. Hier im Traum, durch einen Engel. Später wird Jesus einem Mann zurufen: „Folge mir!“ Der hl. Augustinus hört eine Kinderstimme aus dem Nachbargarten; der hl. Antonius sitzt in der Messe und hört das Evangelium. Auf ganz verschiedene Weisen ruft Gott Menschen. Aber er ruft.

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  • 05/04/2016

    Dienstag der 3. Fastenwoche, 1. März 2016

    Alles weg. Der junge Mann, von dem die Lesung spricht, Asarja, ist „mitten im Feuer“. Die Flammen, die nach seinem Körper greifen, sind ein Bild des inneren Feuers, das alles weg brennt. Jede Tradition, jede Sicherheit, alles, was Halt gibt, fällt in Asche. Asarja verliert seine Religion – und findet seinen Glauben.

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  • 05/04/2016

    Freitag der 3. Fastenwoche, 4. März 2016

    „Wir wollen nicht mehr auf Pferden reiten.“ – Der, den wir eben den Berg herauf begleitet haben [Kreuzweg zur Kunigundenkirche in Mailberg], wollte nicht einmal mehr aufrecht gehen. Er wollte sich schleppen, sich beugen; er hat eingewilligt, zu tragen und zu fallen. Immer wieder fallen und stürzen. Und dann weiter. Und dann: fixiert, mit Nägeln. Gar nichts mehr, keine Bewegung. Ende der Möglichkeiten, Ende der Freiheit. So wollte er das. Wozu? Um nahe zu sein. Um dort zu sein, wo keiner sein will und jeder ganz alleine ist.

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  • 14/03/2016

    Dritter Fastensonntag, 28. Februar 2016 1 Kor 10

    „Ich möchte euch daran erinnern… dass unsere Väter alle unter der Wolke waren und alle durch das Meer zogen.“ Was?? „Wolke“, „Meer“, „Speise und Trank“, „Fels“, „Wüste“… die Leute, an die Paulus schrieb, wussten sofort, was er meinte. Für uns ist das schwieriger.

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Souveräner Malteser Ritterorden

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