Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

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Tiroler Ostergräber – ein alter Brauch

24/02/2018 


„Komm, wir gehen heilige Gräber schauen.“  sagt man in Tirol wenn sich die Fastenzeit der Karwoche nähert.  Die Heiligen Gräber oder auch Ostergräber genannt, lassen sich vor allem in der Karwoche zahlreich entdecken. Doch was ist ein Ostergrab?

Ostergräber gibt es in allen Variationen und Formen, ob hochwertiges Kunstdesign oder rustikale Malerei, modern mit mechanischen Elementen und „Special Effects“ oder traditionell aus vergangenen Jahrhunderten. Ob aufwendige Kulissenaltäre oder perspektivisch angeordnete Kulissentafeln – etwas haben sie aber alle gemeinsam, nämlich die Botschaft der Passion und Auferstehung Christi mit fast allen Sinnen erlebbar zu machen.

Die Tradition wird vor allem in Tirol gelebt. Die Wurzeln des Brauchtums lassen sich bis in das späte Mittelalter zurückverfolgen, die ältesten erhaltenen Ostergräber stammen aus dem 17. Jahrhundert. Unter Kaiser Josef II. wurden sie sogar zeitweise verboten, der Reformkaiser hielt sie für unnützen Kitsch. Doch kurz nach dem Tod des Kaisers hat die Volksfrömmigkeit die Heiligen Gräber wieder in Kirchen zurückgeholt.

Ab den 1970er Jahren wurde das Brauchtum der österlichen Gräber vielerorts als unzeitgemäß abgetan, die Kunstwerke verstaubten auf Dachböden und gerieten allmählich in Vergessenheit.

Aber zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurden sie vielerorts wieder hervorgeholt, entstaubt und restauriert. Die Passion und Auferstehung Christi lassen sich anhand der Bilder und Ostergräber nachempfinden und miterleben und auch die Osterfreude ist spürbar, wenn am Ostersonntag der auferstandene Jesus über dem leeren Grab thront. Aber Gottseidank hat sich auch der „moderne“ Mensch offenbar seit Jahrhunderten nicht geändert, er braucht Bilder, Symbole, Rituale um Religiosität leben zu können.

In manchen Kirchen werden  um das Ostergrab farbige Kugeln aufgestellt, die mit Wasser gefüllt werden. Diese nennt man im Volksmund „Schusterbuben“.  Hinter jeder Glaskugel werden außerdem leuchtende Kerzen gestellt. Die Glaskugeln strahlen dann bunt und tauchen das Grab in ein einzigartiges Licht. Rund um manche Ostergräber strahlen nicht weniger als 100 Glaskugeln.

Es tut tatsächlich gut, für einige Minuten vor einem Ostergrab zu knien, eine fast überirdische Ruhe geht von ihm aus. Mancherorts beherbergen sie sogar das Allerheiligste, nachdem es am Gründonnerstag vom Hochaltar feierlich übertragen worden ist.

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