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Nachrichten

7. Sonntag im Jahreskreis (A), 19. Febr. 2017 – „Denn alles gehört euch“ (1 Kor 3,21-23).

21/03/2017 


Wissen Sie was? Glauben, das bedeutet nicht nur, in die Kirche gehen. Man kann in die Kirche gehen wegen der Musik, wegen der Kinder, weil es Sitte ist. Was weiß ich. Glauben bedeutet auch nicht einfach, bestimmte Dinge für wahr zu halten. Es ist auch nicht so, dass einer, bei dem in den Dokumenten steht „römisch-katholisch“, dass so einer schon gläubig ist. Nein, gläubig sein, das bedeutet, eine ganz bestimmte innere Haltung zu haben. Eine bestimmte Art, die Dinge zu sehen; eine ganz bestimmte Art, Entscheidungen zu treffen. Haben Sie diese innere Haltung? Sie können es leicht testen. Fragen Sie sich: Was würde ich anders sehen, wenn ich nicht mehr katholisch wäre? Welche Entscheidung würde ich anders treffen? Der Glaube muss zu einer bestimmten Haltung führen, und die Lesung heute beschreibt diese innere Haltung. Ich nenne sie Ihnen mit einem Wort: darüberstehen. Wer glaubt, steht drüber.

Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

Wissen Sie was? Glauben, das bedeutet nicht nur, in die Kirche gehen. Man kann in die Kirche gehen wegen der Musik, wegen der Kinder, weil es Sitte ist. Was weiß ich. Glauben bedeutet auch nicht einfach, bestimmte Dinge für wahr zu halten. Es ist auch nicht so, dass einer, bei dem in den Dokumenten steht „römisch-katholisch“, dass so einer schon gläubig ist. Nein, gläubig sein, das bedeutet, eine ganz bestimmte innere Haltung zu haben. Eine bestimmte Art, die Dinge zu sehen; eine ganz bestimmte Art, Entscheidungen zu treffen. Haben Sie diese innere Haltung? Sie können es leicht testen. Fragen Sie sich: Was würde ich anders sehen, wenn ich nicht mehr katholisch wäre? Welche Entscheidung würde ich anders treffen? Der Glaube muss zu einer bestimmten Haltung führen, und die Lesung heute beschreibt diese innere Haltung. Ich nenne sie Ihnen mit einem Wort: darüberstehen. Wer glaubt, steht drüber.

Leicht ist das natürlich nicht. Weil wir meistens nicht darüber stehen, sondern drinnen stecken. Aber es liegt nur an uns, auszutreten aus der Standard-Mühle. Unsere Entscheidung. Im Stau, in der Schlange an der Kasse, in den langweiligen Momenten des Gottesdienstes (die es geben muss!) haben Sie Zeit nachzudenken. In solchen Alltagsmomenten habe ich Zeit, bewusst zu entscheiden, woran ich denken möchte. Es steht es in meiner Macht, den Supermarkt als volle, nervige Konsumhölle anzusehen, – oder als heilig. Weil alle diese Menschen da auch Anteilnahme und Liebe kennen; weil sie deswegen geladen sind mit einer Energie, die Sterne erschaffen könnte.

In der Lesung aus dem Ersten Korintherbrief steht dieses erstaunliche Wort: „Denn alles gehört euch: Paulus [gehört euch], Apollos, Kefas, Welt, Leben, Tod, Gegenwart und Zukunft: Alles gehört euch.“

Sie wissen, ich bin dafür hinzuhören. Nicht gleich wegklicken. Hinhören und mit den Worten experimentieren. „Alles gehört euch.“ Das heißt doch: Ich gehöre Ihnen. Aber Sie gehören auch mir. Frau NN gehört Herrn NN… Wie ist das? Seltsam, nicht wahr? Mir gehört alles. Und ich gehöre jemandem anderen. Aber wenn man sich darauf einlässt, spürt man: Der Gedanke ist nicht nur fremd; er ist auch befreiend.

Sie machen doch manchmal Ausflüge. Zu Aussichtspunkten, Klöstern, Burgen, Türmen… Erinnern Sie sich: Sie stehen da oben und blicken weit übers Land. Und Sie sagen sich: Das alles gehört mir. Oder Sie sehen Ihren Partner, Ihre Freunde, Ihre Feinde und sagen sich leise: „Ihr alle gehört mir.“

Das kann wahnsinnige Herrschsucht sein. Muss aber nicht. Es kann auch Freiheit sein. Wenn uns alles gehört, brauchen wir keinen Neid mehr. Auch keine Sorgen. Weil uns keiner verlassen kann, weil wir um nichts kämpfen müssen, weil alles passt. Weil die Welt zu einem großen Ganzen wird. „Alles gehört euch.“

So wird die Welt zu einer großen Gemeinschaft. Alle gehören allen. Wir gehören zusammen. Da spüre ich Freiheit, Stolz, Verantwortung gepaart mit Zuneigung. Und jenes ruhige Darüberstehen. Wie viele unnötige Kämpfe fallen weg, wenn uns eh alles gehört!

Aber wird einer, der hört: „Alles gehört euch“, nicht überschnappen? Wird so einer sich nicht für den Herrn des Universums halten? Alle anderen als seine Sklaven ansehen? Nein. Zum einen, weil es da heißt: „Alles gehört euch“ und nicht „alles gehört dir!“ Ein großer Unterschied! Zum anderen, weil es so weitergeht: „Ihr aber gehört Christus, und Christus gehört Gott.“ Uns gehört alles, aber wir gehören einem anderen. Wer alles hat, ist Herr. Wer jemandem gehört, ist Sklave. Der Herr entscheidet, der Diener folgt. Da haben wir Stolz und Demut gleichzeitig, Freiheit und Gehorchen. Eine Mischung, die jedem gut tut.

Uns gehört alles, aber wir gehören Christus: Indem Paulus uns zwischen diese beiden Pole stellt, fügt er uns in einen großen Zusammenhang, aber auch in eine starke Dynamik. Wir sind Erwachsene, aber auch Kinder. Gottes Kinder. Wir können stolz sein, aber auch demütig. Wir sind frei, aber auch geborgen.

Und so ist es ja tatsächlich: Die Welt ist ein Ganzes. Aber sie steht nicht für sich allein. Gott hat sie erschaffen, Gott ist ihr Ziel. Alles, was in dieser Welt gut ist, was schön ist, alles, was wahr ist, weist auf Gott hin. Denn Gott ist das Gute, die Schönheit und die Wahrheit. Diesem Gott zu gehören, das ist ein Trost, ein Auftrag. Und eine Ehre. „Den Menschen aber hast du auf dein Bild hin geschaffen… Du hast ihn bestimmt, über die Erde zu herrschen und dir… zu dienen und das Lob deiner großen Taten zu verkünden durch unseren Herrn Jesus Christus“ (Sonntagspräfation V).

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

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