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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom Heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

Order of Malta

Nachrichten

4. Sonntag im Jahreskreis (A), 29. Jänner 2017

08/03/2017 


Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes

Wie geht das: in die Kirche gehen? „Mantel, Hut, Gebetbuch und los!“ So war das früher. „Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm.“ So geht das; so ist das heute. Wer heute in die Kirche geht, tut nicht bloß seine Pflicht, hält nicht nur einen Brauch. Er tritt zu ihm. Wie die Jünger damals. Der Mensch tritt hin zu Jesus: andächtig, ernst, entschlossen, aufmerksam. Um zu hören, was Jesus ihm sagt. So geht in die Kirche gehen. Weggehen vom Zuhause, vom Alltag, weg von meinen vorgefassten Urteilen. Weggehen von sich selbst – und hintreten zu Jesus. Das ist der Weg in die Kirche.

Sagen Sie diesen Kindern also nicht: „Du musst heute in die Kirche gehen!“ Haben Sie den Mut, ihnen zu sagen: „Wir gehen heute zu Jesus, in die Kirche! Jesus sagt uns Dinge, die wichtig sind für Dein ganzes Leben!“ – „Selig, die Frieden stiften!“ Das zum Beispiel.

Nachdem wir nun wissen, wie das geht: in die Kirche gehen, können wir fragen: Wie geht das: Christ sein? Die berühmte Bergpredigt mit den berühmten „Seligpreisungen“ ist sozusagen die Zusammenfassung der Lehre Christi. Wer Christ sein will, orientiert sich an diesen Worten (deswegen trage ich sie auch bei fast allen unseren Beerdigungen vor). „Selig, die arm sind vor Gott“ – und  eben nicht reich und selbstsicher und unabhängig.

Erinnern Sie sich an das Evangelium von eben: So wie früher das Volk Gottes, die Israeliten, sich am Berg Sinai versammelten, wie Mose hinaufstieg und dort oben, auf dem Gipfel das Gesetz Gottes empfing, die Zehn Gebote, so geht es jetzt dem neuen Gottesvolk, den Christen. Die ersten Christen, die Jünger treten zum Berg, auf dem Jesus ihnen seine neuen Gebote gibt. Jesus gibt uns die Regeln, die es für ein gutes Leben braucht.

Eines fällt an diesen neuen Geboten besonders auf: die Zuwendung zu den zu kurz Gekommenen, den „Armen“. Und noch ein Zweites: Jesus geht es um Gerechtigkeit. Und Gerechtigkeit ist etwas anderes als Besitzstandswahrung oder Besitzvermehrung! Gerecht ist eine Welt, in der jeder hat, was er zu einem guten Leben braucht: Nahrung und Wohnung, die materiellen Dinge. Aber ebenso die geistigen: Freiheit, Rechte, Bildung.

Jesus spricht die an, die arm sind, traurig, sehnsüchtig: Kurz, die, die offen sind für Gott. Und er redet von denen, die Frieden stiften, barmherzig sind und gerecht. Also von denen, die etwas tun, damit sich die Verhältnisse ändern.

Was Jesus da sagt – jedem, der ihn wirklich hört, muss das auffallen – , ist das Kontrastprogramm zu allem, was wir sonst hören. Alle – Eltern, Lehrer, Firmen, Politiker, Youtube, Facebook… – alle sagen: Sei happy, setz dich durch, denke an dich, zahle zurück, was man dir antut, wehre dich, vergiss dein reines Herz: So ist das Leben nicht. Und da kommt Jesus und sagt uns das genaue Gegenteil: Es ist nicht schlimm, wenn du traurig bist. Dein Schmerz macht dich schön. Selig. Und du wirst getröstet werden. Es führt nur zu immer mehr Gewalt, wenn alle sich wehren und angreifen und heimzahlen. Also vergebt! Seid still. Aber nicht, weil ihr feige seid, sondern weil ihr barmherzig seid.

Wer will, dass diese Welt bleibt, wie sie ist; wer will, dass sie wenn überhaupt nur für ihn selbst und seine Spezis besser wird, an dem rauschen die Worte Jesu vorbei. Wer offen ist, wer wirklich etwas tun und verändern will, der wird sich über das freuen, was Jesus da sagt. Hier, an diesem Evangelium, scheiden sich die Geister. Auch in Mailberg. Es gibt das Böse. Und es gibt das Nichts. Und Sie sehen, wie die Welt wird, wenn keiner auf Jesus hört…

Vielleicht können Sie nicht glauben, wie es im Katechismus steht. Vielleicht geht Ihnen die Hoffnung aus, an manchen Tagen. Aber lieben, das können Sie doch! Die Liebe ist das einzige Mittel gegen die böse Leere, die sich ausbreitet. Und was Jesus uns da heute sagt, sind liebevolle Worte. Also kräftige Worte. Er redet so, damit die Welt sich verändert. Jesus will die Menschen ja nicht auf ein besseres Jenseits vertrösten. Er will unsere verborgenen oder verlorenen Kräfte mobilisieren. Er will, dass wir Hoffnung haben und handeln.

Zum mündlichen Vortrag bestimmt, verzichtet dieser Text auf Quellenangaben. Jede Vervielfältigung und Veröffentlichung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors.

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